25 June 2026, 20:06

Notrufe im Zugverkehr fallen aus: 1.000 Funklöcher gefährden Sicherheit

GSM-R-Netzlücken: Regierung gibt Probleme mit digitalem Zugfunk zu

Notrufe im Zugverkehr fallen aus: 1.000 Funklöcher gefährden Sicherheit

Die deutsche Bundesregierung und die Deutsche Bahn (DB) haben weitverbreitete Zuverlässigkeitsprobleme bei Notrufen über das digitale Zugfunknetz bestätigt. Betroffen sind mindestens 250 Eisenbahnstrecken im ganzen Land, wobei Störungen durch Mobilfunknetze als Hauptursache identifiziert wurden.

Probleme mit dem digitalen Zugfunk durch öffentliche Mobilfunkanbieter gibt es auch in mehreren anderen europäischen Ländern. In Deutschland zeigen Aufzeichnungen der DB über 1.000 Funklöcher auf, in denen Notfallkommunikation ausfällt oder verzögert wird. Diese Störzonen führen dazu, dass Züge in Notfällen oder bei Gefahren auf der Strecke nicht erreichbar sind.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt bezeichnete das GSM-R-System als eine „unterstützende Rückfallebene“ und nicht als primäres Sicherheitssystem. Sabine Leidig, verkehrspolitische Sprecherin der Linken, kritisierte diese Einschätzung und betonte, dass das System eine weitaus wichtigere Rolle spiele. Die Bundesregierung hält hingegen die bestehende Infrastruktur der DB für ausreichend.

Die Europäische Kommission und die EU-Eisenbahnagentur arbeiten nun an einer Verbesserung der Störsicherheit von Zugfunksystemen. Dennoch bleibt die primäre Sicherheitstechnik im Bahnbetrieb die streckenseitige Signaltechnik.

Die Bundesregierung hat zwar die Mängel des GSM-R-Systems eingeräumt, beharrt aber darauf, dass die aktuellen Maßnahmen ausreichen. Durch Mobilfunkstörungen bedingte Ausfälle von Notrufen bestehen weiterhin, wobei über 1.000 Funklöcher nach wie vor ungelöst sind. Die europäischen Behörden bemühen sich um eine Lösung, um weitere Störungen zu verhindern.

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