Neue Bauordnung soll Wohnungsbau beschleunigen – doch Kritik bleibt nicht aus
Abraham HermighausenNeue Bauordnung soll Wohnungsbau beschleunigen – doch Kritik bleibt nicht aus
Der Bundestag hat die erste Debatte über eine überarbeitete Bauordnung aufgenommen. Der Entwurf zielt darauf ab, den Wohnungsbau durch vereinfachte Planungs- und Baubestimmungen zu beschleunigen. Gleichzeitig führt er neue Maßnahmen ein, um Problemimmobilien zu bekämpfen und Verfahren zu straffen.
Die geplanten Änderungen räumen Kommunen das Recht ein, in Fällen extremen Missbrauchs Grundstücke zu enteignen. Zudem erhalten sie Instrumente, um sogenannte Slum-Immobilien zu sanieren. Umweltprüfungen und Bürgerbeteiligungsverfahren sollen nach der neuen Bauordnung ebenfalls vereinfacht werden.
Im Mittelpunkt steht weiterhin die Beschleunigung von Wohnungsbauprojekten. Durch Digitalisierung und gestraffte Abläufe sollen Verzögerungen in Planung und Bau reduziert werden.
Kritik kommt aus verschiedenen Lagern. Kassem Taher Saleh von den Grünen warf dem Entwurf vor, den Umweltschutz und Nachhaltigkeitsstandards zu schwächen. Marc Bernhard von der AfD behauptete, die Reform werde die Baukosten nicht senken. Katalin Gennburg von der Linken lehnte den „Bauen, bauen, bauen“-Ansatz mit Verweis auf die Klimakrise ab. Stattdessen forderte sie Mietpreisbremse und die Nachnutzung leerstehender Immobilien, um die Wohnungsnot zu lindern.
Die überarbeitete Bauordnung sieht Maßnahmen vor, um den Bau zu beschleunigen und Immobilienverfall zu bekämpfen. Gleichzeitig stößt sie auf Widerstand wegen ökologischer Bedenken und Zweifel an ihrer Wirksamkeit. In den kommenden Wochen wird der Bundestag den Entwurf weiter beraten.
