28 June 2026, 12:07

Netzeband verwandelt sich für den Theatersommer in eine magische Freilichtbühne

Die Magie des Milchholzes

Netzeband verwandelt sich für den Theatersommer in eine magische Freilichtbühne

Netzeband bereitet sich auf den jährlichen Theatersommer vor

Das kleine Dorf Netzeband rüstet sich für sein alljährliches Theatersommer-Festival, das von Mitte Juni bis Ende August stattfindet. Im Mittelpunkt steht eine Freilichtaufführung von Dylan Thomas’ Unter dem Milchwald. Große weiße Buchstaben, die „LLAREGGUB“ formen, verwandeln das Dorf nun in die Bühne für dieses einzigartige Schauspiel.

Die Wurzeln des Festivals reichen 30 Jahre zurück. Ein Aufruf zur Mitwirkung inspirierte die Dorfbewohner, aus Alltagsgegenständen Puppen zu basteln und das Stück auf die Bühne zu bringen. Köpfe entstanden aus Styropor, Tischtennisbällen und sogar Ohrringhaken.

Der Landschaftsarchitekt Horst Wagenfeld spielte eine zentrale Rolle bei der Gestaltung des Festivalgeländes. Er rettete die örtliche Kirche und die Gaststätte, formte dann das Gelände zu einem grasbewachsenen Amphitheater um. Der Schauspieler, Regisseur und Dramatiker Frank Matthus trieb die kulturelle Wiederbelebung des Dorfs voran und gründete den Theatersommer.

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Doch das Festival bietet mehr als nur Theater: Die Natur der Region ist ein weiteres Highlight. Die Kyritz-Ruppiner Heide, einst Militärübungsplatz, beherbergt heute 79 Vogelarten, davon 28 gefährdete. Wer mit dem Regional-Express 6 in Netzeband ankommt, wird beim Aussteigen von einem Vogelkonzert empfangen.

Vor seinem Konzert in der Temnitz-Kirche bereichert der in den USA geborene Tenor J. Warren Mitchell das Kulturprogramm mit opernhaften Arien. Das Festival selbst strebt nach bleibendem Ruhm – es will Kultstatus erreichen, ähnlich wie Salzburgs Jedermann oder das Passionsspiel von Oberammergau.

Der Theatersommer Netzeband vereint Theater, Musik und Natur in einem kleinen Dorf. Die besondere Inszenierung von Unter dem Milchwald und die handgefertigten Puppen ziehen weiterhin Aufmerksamkeit auf sich. Die Veranstalter hoffen, dass das Festival eines Tages zu den gefeiertsten Aufführungen Europas zählen wird.

Quelle