18 April 2026, 02:10

Münsingens Bereitschaftspraxis schließt – Bürger protestieren gegen Notfall-Lücken

Alte detaillierte Karte von Baden-Württemberg, Deutschland, mit einem Gebäude in der rechten unteren Ecke, die Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten zeigt.

Münsingens Bereitschaftspraxis schließt – Bürger protestieren gegen Notfall-Lücken

Die ärztliche Bereitschaftspraxis in Münsingen hat seit Montag ihre Türen geschlossen. Diese Schließung folgt einer Entscheidung der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW), die plant, bis Ende Oktober mehrere solche Einrichtungen im Land abzubauen. Anwohner und Ärzte äußern Besorgnis über die Auswirkungen auf die Notfallversorgung.

Die KVBW hat bereits die Notfallpraxis in Nagold geschlossen und setzt nun Münsingen auf die Liste – trotz einer Bürgerinitiative mit 22.000 Unterschriften für den Erhalt. Dr. Eberhard Rapp, der verantwortliche Arzt der Münsinger Praxis, hatte die Kampagne angeführt und warnt, dass Patienten in der Alb-Region künftig deutlich mehr als 30 Minuten Fahrtzeit zum nächsten Alternativstandort benötigen könnten. Er fürchtet, dass solche Verzögerungen im Notfall lebensbedrohlich sein könnten.

Die Vereinigung begründet die Schließung damit, dass die Praxis in Münsingen nicht mehr unverzichtbar sei und den geforderten Versorgungsstandard nicht aufrechterhalten könne. Nach ihren Plänen sollen Patienten eine Notfallpraxis innerhalb von 30 Minuten mit dem Auto erreichen können – was Standorte wie Reutlingen und Ehingen betrifft. Weitere Schließungen, etwa in Albstadt im Zollernalbkreis, stehen ebenfalls an.

Als Reaktion darauf haben die Jusos Baden-Württemberg einen Protestlauf von Münsingen nach Reutlingen organisiert. Die Aktion soll den Widerstand gegen die flächendeckende Schließungsstrategie der KVBW unterstreichen, durch die ländliche Regionen mit weniger notärztlichen Angeboten zurückbleiben könnten.

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Die Schließung in Münsingen markiert den Beginn eines umfassenden Abbaus von Bereitschaftspraxen in Baden-Württemberg. Angesichts steigender Fahrzeiten betonen lokale Ärzte und Aktivisten die Risiken für die Notfallversorgung. Die KVBW hält die Maßnahmen für eine notwendige Straffung der Strukturen, doch die Proteste zeigen, dass betroffene Gemeinden weiterhin Widerstand leisten.

Quelle