Mehrheit der Deutschen will Beleidigungen von Politikern weiterhin bestrafen
Marliese MülichenMehrheit der Deutschen will Beleidigungen von Politikern weiterhin bestrafen
Eine neue Umfrage zeigt: Die Mehrheit der Deutschen möchte das Gesetz beibehalten, das Beleidigungen von Politikern unter Strafe stellt. Die im frühen Juni durchgeführte Erhebung ergab, dass 58 Prozent für die Beibehaltung der Regelung sind, während 38 Prozent sich für deren Abschaffung aussprechen. Die Meinungen gehen dabei je nach Parteipräferenz und Region deutlich auseinander.
Die Umfrage wurde vom Meinungsforschungsinstitut Forsa am 4. und 5. Juni 2026 mit 1.007 Teilnehmenden durchgeführt. Im Auftrag des Stern-Magazins und des Senders RTL zeigte sie eine breite Unterstützung für das bestehende Gesetz in weiten Teilen des politischen Spektrums.
Anhänger der SPD und der Christlich Demokratischen Union (CDU/CSU) sprechen sich mit großer Mehrheit für die Beibehaltung der Regelung aus – in beiden Gruppen lehnen 84 Prozent eine Streichung ab. Auch bei der Linkspartei (65 Prozent) und den Grünen (72 Prozent) gibt es klare Mehrheiten für den Erhalt. Lediglich die Wähler der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) heben sich ab: 60 Prozent von ihnen fordern die Abschaffung des Gesetzes.
Regional betrachtet unterstützen Westdeutsche die Regelung etwas stärker (59 Prozent) als Ostdeutsche (52 Prozent). Trotz dieser Zahlen hat die CDU vorgeschlagen, den Straftatbestand abzuschaffen – ein Vorhaben, das die SPD als schlecht gewählt kritisiert.
Die Ergebnisse verdeutlichen eine klare Spaltung zwischen den etablierten Parteien und der AfD in dieser Frage. Angesichts der mehrheitlichen Zustimmung in der Bevölkerung könnte ein Vorstoß zur Abschaffung auf erheblichen Widerstand stoßen. Die Debatte dürfte anhalten, während die politische Führung die Konsequenzen der Umfrage abwägt.






