Mehr Köchinnen, weniger Michelin-Sterne: Warum Deutschlands Gastronomie noch immer männlich dominiert ist
Abraham HermighausenMehr Köchinnen, weniger Michelin-Sterne: Warum Deutschlands Gastronomie noch immer männlich dominiert ist
Frauen machen in Deutschlands Gastronomieszene Fortschritte – doch Führungspositionen bleiben ungleich verteilt
Im Jahr 2024 arbeiteten in Deutschland mehr Frauen als Männer als Köchinnen – und doch besetzten nur ein Drittel der Spitzenpositionen weibliche Fachkräfte. Neue Initiativen und prominente Persönlichkeiten setzen sich nun für mehr Sichtbarkeit und Wandel ein.
Die Zahlen erzählen eine zwiespältige Geschichte: 2024 gab es 297.000 Köchinnen im Vergleich zu 256.000 männlichen Kollegen. Doch bei der Anerkennung erhielten nur 14 Frauen einen Michelin-Stern – ein Bruchteil der 337 Auszeichnungen, die an Männer gingen.
Besonders die Hamburger Gastronomieszene sticht durch ihre enge Gemeinschaft und unabhängigen Restaurants hervor. Hier prägen Köchinnen wie Zora Klipp die kulinarische Landschaft neu. Als Leiterin des Café Weidenkantine und des Restaurant Blattgold stellt sie starre Küchenhierarchien infrage. Gleichzeitig bereichert Clara Hunger mit ihrem Pop-up-Bar-Projekt Nullkommaeins in St. Pauli die lebendige Esskultur der Stadt.
Auch das Fernsehen hat die Wahrnehmung verändert. Cornelia Poletto, einst eine von nur drei Köchinnen im TV, sieht heute mehr Kolleginnen im Rampenlicht. Ihre frühen Auftritte in Sendungen wie Kerner kocht ebneten den Weg. Seit Januar 2025 gibt es mit Chef:in, der ersten Plattform für Deutschlands Top-Köchinnen, ein neues Projekt von Denise Wachter. Die Initiative sorgt bereits dafür, dass mehr Frauen in TV-Formaten präsent sind und ihr öffentliches Profil steigt.
Trotz langsamer Veränderungen gewinnen Frauen in der deutschen Gastronomie an Einfluss. Plattformen wie Chef:in und wegweisende Projekte in Städten wie Hamburg schaffen neue Chancen. Mit mehr Köchinnen, die in den Beruf einsteigen und Führungsrollen übernehmen, verändert sich die Branche nachhaltig.






