Lamin Leroy Gibba gewinnt Bayerischen Fernsehpreis für Black Fruits
Marliese MülichenDu hast keine Rollen für Schwarze Menschen? Dann 'Auf Wiedersehen, Deutschland!' - Lamin Leroy Gibba gewinnt Bayerischen Fernsehpreis für Black Fruits
Lamin Leroy Gibba hat den Bayerischen Fernsehpreis für seine bahnbrechende ARD-Serie Black Fruits gewonnen. Die Serie, die er selbst erschaffen, geschrieben und in der er die Hauptrolle spielt, setzt sich mit Rassismus, Sexismus und Homophobie im Alltag auseinander. Zudem wurde sie für den renommierten Grimme-Preis nominiert.
Gibba entwickelte Black Fruits nach seinem Studium in Schauspiel, Regie und Drehbuch an der The New School der New York University. Fünf Jahre lebte er in den USA, wo er sich als schwarzer, queerer Mensch akzeptierter fühlte als in Deutschland. Diese Erfahrung prägte seine Entscheidung, nach Berlin zurückzukehren und die Serie umzusetzen.
Das Projekt begann als persönliche Mission. Frustriert über das Fehlen komplexer Rollen für schwarze Schauspieler:innen in Deutschland, schrieb sich Gibba selbst in die Hauptrolle des Lalo. Anfangs zweifelten Brancheninsider am Erfolg der Serie – die Perspektive sei zu nischig, der Ton zu unkonventionell.
Trotz der Skepsis hat Black Fruits Anerkennung gefunden. Die Serie besticht durch ihre schonungslose, ehrliche Darstellung marginalisierter Stimmen. Zu den wachsenden Auszeichnungen zählen der jüngst verliehene Bayerische Fernsehpreis – auch bekannt als Blauer Panther – sowie die vorherige Nominierung für den Grimme-Preis.
Gibbas Arbeit an Black Fruits unterstreicht die Notwendigkeit vielfältiger Erzählformen in den deutschen Medien. Die Serie hat Erwartungen widerlegt und Türen für unterrepräsentierte Geschichten geöffnet. Mit zwei bedeutenden Preisen im Gepäck wächst ihr Einfluss auf das Fernsehen weiter.






