04 May 2026, 06:10

Klinikum Sigmaringen stellt ambulante Kardiologie nach Ärzte-Wechsel um

Ein moderner Krankenhausraum mit medizinischen Monitoren, Ständern und Geräten, der ein Fenster mit einem Vorhang auf der linken Seite zeigt.

Klinikum Sigmaringen stellt ambulante Kardiologie nach Ärzte-Wechsel um

Klinikum Sigmaringen passt ambulante Angebote nach Weggang eines führenden Kardiologen an

Das SRH-Klinikum Sigmaringen stellt seine ambulanten Dienstleistungen um, nachdem mit Dr. Jan Prillinger ein zentraler Kardiologe die Einrichtung verlässt. Prillinger, der bisher die Versorgung von Patienten mit Schrittmachern und Defibrillatoren leitete, wechselt zum 1. Oktober in die Gemeinschaftspraxis Hanfertal. Der Wechsel unterstreicht die Herausforderungen, vor denen Krankenhäuser stehen, wenn sie ambulante Behandlungen anbieten und gleichzeitig wirtschaftlich tragfähig bleiben wollen.

Jahre lang hat Dr. Prillinger im Sigmaringer Klinikum die Betreuung von Patienten mit Herzschrittmachern und Defibrillatoren verantwortet. Mit seinem Abgang endet dieser klinikinterne Service, da seine Zulassung für die ambulante Versorgung an seine Person gebunden ist. Solche Behandlungen werden in Krankenhäusern nur selten angeboten – es sei denn, es liegen Sondergenehmigungen vor, die in der Regel einzelnen Ärzten und nicht den Einrichtungen selbst erteilt werden.

Ambulante Behandlungen in Krankenhäusern sind gesetzlich stark eingeschränkt und oft weniger lukrativ als stationäre Versorgungsleistungen. Höhere Kosten bei gleichzeitig geringeren Erstattungssätzen belasten die Haushalte. Das SRH-Klinikum hatte bereits in der Onkologie mit Engpässen zu kämpfen: Seit Februar müssen Fachärzte auf Leihbasis eingesetzt werden, nachdem der Chefarzt die Einrichtung verlassen hatte. Einige gesetzlich versicherte Krebspatienten verloren dadurch den Zugang zu ambulanten Therapien.

Aktuell betreibt das Krankenhaus ambulante Sprechstunden in den Fachbereichen Urologie, Kardiologie, Gastroenterologie, Gynäkologie, Chirurgie und Onkologie. Die Klinikleitung betrachtet diese Angebote als ergänzende Leistungen oder Teil der Versorgungspflicht – nicht als Konkurrenz zu niedergelassenen Praxen. Dennoch steht das SRH vor einem Dilemma: Bei über zwei Dritteln der deutschen Krankenhäuser, die defizitär wirtschaften, rechnet man trotz der finanziellen Belastungen mit einem Ausbau ambulanter Behandlungen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Der Weggang von Dr. Prillinger hinterlässt eine Lücke in der spezialisierten kardiologischen Versorgung am Standort Sigmaringen. Kliniken wie das SRH müssen dabei rechtliche Vorgaben, wirtschaftliche Zwänge und Patientenbedürfnisse unter einen Hut bringen. Ohne eine dauerhafte Lösung könnte der Zugang zu bestimmten Behandlungen für manche Patienten weiter unsicher bleiben.

Quelle