23 April 2026, 14:20

Kim de l'Horizons preisgekrönter Roman feiert rauschende Bühnenpremiere in Berlin

Eine farbenfrohe Papierillustration, die die Phasen des Lebens einer Frau von der Kindheit bis zum Alter darstellt, mit fetter Schrift und detaillierten Elementen.

Kim de l'Horizons preisgekrönter Roman feiert rauschende Bühnenpremiere in Berlin

Bühnenadaption von Kim de l'Horizons preisgekröntem Roman feiert Premiere in Berlin

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Am Dienstag hatte am Berliner Vaganten Bühne die Bühnenfassung von Kim de l'Horizons gefeiertem Roman Premiere. Die 90-minütige Inszenierung lotet Themen wie genderfluide Identität und vererbtes Familientrauma aus. Drei Schauspieler:innen verkörpern abwechselnd Kim, die zentrale Erzählerin der Geschichte.

Das Stück begleitet Kim auf ihrem Ringen mit einer genderfluiden Identität, die sich in traditionelle binäre Rollenbilder nicht einordnen lässt. Den Ausgangspunkt bildet die Demenzerkrankung ihrer Großmutter, die Kim zu einer intensiven Spurensuche in der mütterlichen Ahnenreihe veranlasst. Dabei stößt sie auf Schichten transgenerationaler Traumata, die ihre Familie über Generationen geprägt haben.

Kims Weg der Selbstfindung führt auch über flüchtige, emotionslose Begegnungen, die sie über die Dating-App Grindr arrangiert. Doch Momente der Ruhe findet sie unter einer Blutbuche, die Jahrzehnte zuvor ihr Urgroßvater gepflanzt hatte. Dieser stille Ort wird zum Symbol der Beständigkeit inmitten ihrer turbulenten Suche.

Die Adaption bricht jahrzehntelanges Schweigen über genderfluide Identitäten und die Last des vererbten Leidens. Der ursprüngliche Roman, der 2022 sowohl mit dem Deutschen Buchpreis als auch dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet wurde, erlebt hier seine erste theatralische Umsetzung. Julian Trostorf, Annemie Twardawa und Emma Zeisberger verleihen Kims vielschichtigen Erfahrungen jeweils eigene Facetten.

Die Produktion ist die erste Bühnenfassung von de l'Horizons gefeiertem Werk. Indem sie sich genderfluiden Themen und Familientraumata stellt, bietet sie dem Publikum einen schonungslosen und ungeschönten Blick. Mit einer Spieldauer von 90 Minuten regt das Stück noch lange nach dem letzten Vorhang zum Nachdenken an.

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