Kaufland startet mit "S Medical Room" in die Telemedizin gegen Ärztemangel
Marliese MülichenKaufland startet mit "S Medical Room" in die Telemedizin gegen Ärztemangel
Kaufland eröffnet ersten „S Medical Room“ in Mosbach – Telemedizin gegen Ärztemangel
In Mosbach hat Kaufland den ersten „S Medical Room“ eröffnet, einen neuen telemedizinischen Service, der in Kooperation mit Sana, Deutschlands größtem Krankenhausbetreiber, betrieben wird. Die Einrichtung bietet ambulante Behandlungen im Rahmen eines Pilotprojekts an, das lokale Engpässe bei Hausärzten ausgleichen soll. Vor Ort unterstützen medizinische Fachangestellte die Patienten und führen grundlegende Untersuchungen für Selbstzahler durch.
Der „S Medical Room“ fungiert als Außenstelle des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) der Sana am Hauptsitz der Schwarz Gruppe in Neckarsulm. Kaufland stellte die Räumlichkeiten für die Praxis zur Verfügung, während die Schwarz Gruppe die notwendige medizinische Ausstattung lieferte. Der Standort Mosbach wurde aufgrund des dortigen Versorgungsmangels ausgewählt – ein Problem, das viele Regionen betrifft, in denen Kaufland und Sana bereits stark vertreten sind.
Sana betreibt derzeit 46 Krankenhäuser und 57 MVZs in ganz Deutschland. Vorstandsvorsitzender Thomas Lemke betont das Ziel des Unternehmens, flächendeckenden Zugang zu medizinischen Leistungen zu gewährleisten. Neben dem Gesundheitssektor steuert die Schwarz Gruppe – zu der auch Lidl gehört – mit der Datenfirma SlackIT ein weiteres Geschäftsfeld und hat kürzlich den Zuschlag für den Betrieb des Daten-Hubs des Deutschen Apothekerverbands (ABDA) erhalten.
Die Gruppe plant nun, in den Versandapotheken-Markt einzusteigen – ein Schritt, dem Händler wie dm und Rossmann bereits vorangegangen sind. Viele Kaufland-Filialen beherbergen bereits hauseigene Apotheken, wobei ein Berliner Unternehmen einen Großteil der Mietverträge abwickelt.
Der „S Medical Room“ in Mosbach markiert Kauflands ersten direkten Einstieg in die Gesundheitsversorgung. Durch die Kombination aus Telemedizin und Vor-Ort-Betreuung soll die Lücke in der lokalen medizinischen Versorgung geschlossen werden. Die geplante Expansion in die Apotheken- und Datendienstleistungen unterstreicht die wachsende Rolle der Schwarz Gruppe im deutschen Gesundheitswesen.






