Kai Wegners Berliner Amtszeit steht nach nur 100 Tagen auf der Kippe
Hellmut RudolphKai Wegners Berliner Amtszeit steht nach nur 100 Tagen auf der Kippe
Kai Wegners Amtszeit als regierender Bürgermeister Berlins könnte bald ein Ende finden. Seine seit April 2023 andauernde Regierungszeit könnte bereits in 100 Tagen vorbei sein – und zwar nach der Abgeordnetenhauswahl am 20. September.
Wegner übernahm das Amt, nachdem er die CDU 2023 mit 28,2 Prozent der Stimmen zum Wahlsieg geführt hatte. Die SPD unter Raed Saleh landete mit 18,4 Prozent auf Platz zwei. Damals hatte Saleh noch Wegners Chancen belächelt und ihn in einer Strategiesitzung als „den einsamen Kai“ bezeichnet.
Die CDU bestätigte Wegner später als Spitzenkandidat für die anstehende Wahl, da sich keine überzeugende Alternative abzeichnete. Seitdem erinnert er die Wähler daran, dass Umfragen sich ändern können – schließlich hatte er 2023 trotz anfänglicher Skepsis überraschend gewonnen.
Die Kritik an seiner Führung ist jedoch gewachsen, etwa wegen des Stromausfalls, der winterlichen Glätteprobleme, eines Subventionsskandals und der überstürzten Ernennung einer Staatssekretärin für Digitalisierung. Selbst wenn die CDU am Wahlabend aus einer möglichen Koalition ausgeschlossen wird, bliebe Wegner bis zur Wahl eines neuen Bürgermeisters – voraussichtlich bis Dezember – kommissarisch im Amt.
Auch sein Posten als CDU-Landesvorsitzender in Berlin würde voraussichtlich nach der Wahl enden. Nach nur drei Jahren im Amt wäre seine Zeit als regierender Bürgermeister damit effektiv vorbei.
Wegners politische Zukunft in Berlin erscheint ungewiss. Seine Amtszeit als Bürgermeister und Parteichef scheint nach der Septemberwahl zu enden. Ein neuer Regierungschef würde dann voraussichtlich bis Jahresende das Ruder übernehmen.






