Igor Levit bewegt mit Klavierklängen Kanzler Merz bei Synagogen-Eröffnung
Jovan JohannIgor Levit bewegt mit Klavierklängen Kanzler Merz bei Synagogen-Eröffnung
Der weltbekannte Pianist Igor Levit stand im Mittelpunkt der Eröffnung der Münchner Reichenbach-Synagoge, wo sein Spiel Bundeskanzler Friedrich Merz zu Tränen rührte. Die Veranstaltung unterstrich Levits tiefe Verbundenheit mit seinen jüdischen Wurzeln – ein Band, das sich seit den Hamas-Angriffen auf Israel im Oktober 2023 noch gefestigt hat.
Seit über einem Jahrzehnt zählt Levit zu den führenden Persönlichkeiten der klassischen Musik. Sein Engagement geht jedoch weit über den Konzertsaal hinaus: Er setzt sich leidenschaftlich für Menschenrechte ein und kämpft gegen Antisemitismus. 2020 wurde er für sein Wirken vom Internationalen Auschwitz-Komitee und mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
In seinem Terminkalender steht als Nächstes eine Hommage an Dmitri Schostakowitsch im Wiener Musikverein, die vom 17. bis 22. Oktober 2025 stattfinden soll. Seine Programme, betont er, feiern das Leben und nicht die politische Unterdrückung. Dennoch erhebt er weiterhin seine Stimme gegen Ungerechtigkeit – etwa als er die Absage eines Konzerts des israelischen Dirigenten Lahav Shani in Belgien als gefährliches Präzedenzfall verurteilte.
Für Levit ist Feindseligkeit gegenüber jüdischen Künstlern nichts Neues. Solche Vorfälle erwartet er längst und hat gelernt, damit umzugehen. Doch trotz der vergangenen Jahrzehnte sieht er kaum Fortschritt im Kampf von Künstlern gegen repressive Regime.
Sein Auftritt bei der Synagogen-Eröffnung verdeutlichte einmal mehr seine Doppelfunktion als Künstler und Aktivist. Mit der anstehenden Schostakowitsch-Reihe wird er diese Verbindung weiterführen – eine Synthese aus Musik und widerständigem Einsatz gegen Verfolgung. Levits Wirken, auf und abseits der Bühne, hält die Debatte über Freiheit und Identität lebendig.






