Historische Reform im Auswärtigen Amt: So verändert sich Deutschlands Diplomatie
Marliese MülichenHistorische Reform im Auswärtigen Amt: So verändert sich Deutschlands Diplomatie
Das Auswärtige Amt durchläuft die größte Strukturreform seit Jahren. Außenminister Johann Wadephul hat eine umfassende Umgestaltung eingeleitet, um sich an die veränderten globalen und europäischen Dynamiken anzupassen. Das Ministerium bezeichnet die Änderungen als tiefgreifend und transformativ.
Die Reform wird die Rolle des Politischen Direktors neu definieren. Wichtige Länderverantwortlichkeiten werden auf andere Abteilungen verteilt, doch der Direktor bleibt weiterhin für alle sicherheitspolitischen Belange zuständig. Die Zuständigkeit für Russland und die Ukraine wird künftig in der Europa-Abteilung angesiedelt sein.
Eine neue Amerika-Abteilung wird erstmals den Zuständigkeitsbereich für die USA und Kanada mit Lateinamerika zusammenführen. Ganze Referate werden aufgelöst, fusioniert oder umstrukturiert – vier Unterabteilungen und neun Fachreferate entfallen. Sämtliche Einheiten in der Berliner Zentrale erhalten neue Bezeichnungen, und die Mitarbeiter der betroffenen Bereiche werden im Herbst ihre Büros wechseln.
Die beamteten Staatssekretäre Géza Andreas von Geyr und Bernhard Kotsch treiben die Veränderungen voran. Zudem plant das Ministerium, fast allen der 3.000 Beschäftigten neue E-Mail-Adressen zuzuteilen. Einige Mitarbeiter äußerten Unmut über das hohe Tempo der Reformen.
Die Umstrukturierung des Auswärtigen Amts soll bis zum Herbst abgeschlossen sein. Ziel der Änderungen ist es, die Abläufe zu straffen und das Ministerium an die neuen geopolitischen Realitäten anzupassen. Die Mitarbeiter werden in den kommenden Monaten nach der neuen Struktur arbeiten.






