Herbstzeitumstellung erhöht Wildunfallrisiko – wie Baden-Württemberg gegensteuert
Hellmut RudolphHerbstzeitumstellung erhöht Wildunfallrisiko – wie Baden-Württemberg gegensteuert
Herbst bringt nicht nur kürzere Tage – sondern auch ein höheres Risiko für Wildunfälle
Mit dem Herbst steigt nicht nur die Zahl der dunklen Stunden, sondern auch die Gefahr von Zusammenstößen zwischen Wildtieren und Fahrzeugen. Da viele Tiere besonders in der Dämmerung aktiv sind, fällt die Zeitumstellung mit dem Berufsverkehr zusammen – eine gefährliche Kombination für Autofahrer und Wildtiere gleichermaßen. Die Behörden raten daher zu besonderer Vorsicht in den Morgen- und Abendstunden, um Unfälle zu vermeiden.
Allein in Deutschland kommt es laut Versicherungsdaten alle zwei Minuten zu einem Wildunfall. Im Herbst verschärft sich das Problem, denn die Tiere sind in den lichtarmen Phasen besonders aktiv – genau dann, wenn Pendler unterwegs sind.
Wildkorridore als Lösung: Baden-Württembergs Vorreiterrolle Um diesem Problem zu begegnen, hat Baden-Württemberg den Landesweiten Wildkorridorplan (GWP) entwickelt. Dieses Vorhaben, gestützt auf das Landesjagd- und Wildtiermanagementgesetz sowie das Landesnaturschutzgesetz, kartiert wichtige Wanderrouten von Tieren wie Luchsen, Wildkatzen und Rothirschen. Durch die Vernetzung von Waldlebensräumen sollen großflächige Wildtierkorridore geschützt werden.
Die Geodaten des GWP werden bald über Online-Plattformen wie Geoportal, UDO (LUBW) und WNSinfo öffentlich zugänglich sein. Parallel dazu erprobt das Projekt "Modellregion Wildunfallprävention" in besonders gefährdeten Gebieten praktische Maßnahmen, um die Unfallzahlen zu senken.
Weiterführende Informationen Für Rückfragen steht das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz zur Verfügung – entweder über die Pressestelle per E-Mail oder Website sowie über das Kontaktformular der Öffentlichkeitsbeauftragten.
Die Herbstzeitumstellung schafft ein vorübergehendes, aber ernstes Risiko für Verkehrsteilnehmer und Wildtiere. Durch vorbeugende Maßnahmen und die Unterstützung von Initiativen wie dem Wildkorridorplan können Autofahrer dazu beitragen, Unfälle zu vermeiden. Öffentlich zugängliche Geodaten und laufende Präventionsprojekte sollen die Straßen für Mensch und Tier sicherer machen.






