19 March 2026, 12:12

Handwerkskammer Freiburg setzt auf Ausbildungsoffensive trotz wirtschaftlicher Krisen

Alte Zeitung mit den Wörtern "Baden-Baden" auf einem weißen Hintergrund.

Handwerkskammer Freiburg setzt auf Ausbildungsoffensive trotz wirtschaftlicher Krisen

Handwerkskammer Freiburg legt Schwerpunkte fest – zwischen Herausforderungen und Erfolgen

Die Handwerkskammer Freiburg hat auf ihrer Vollversammlung die zentralen Prioritäten für die Region vorgestellt und dabei sowohl aktuelle Herausforderungen als auch positive Entwicklungen thematisiert. Während lokale Betriebe mit steigenden Materialkosten und wirtschaftlicher Unsicherheit kämpfen, verzeichnet der Sektor gleichzeitig Rekordzahlen bei Ausbildungsverträgen und eine wachsende Vielfalt unter den Auszubildenden.

In ihrer Versammlung formulierte die Kammer konkrete Forderungen zur Unterstützung der Unternehmen. Dazu zählen die Senkung der Stromsteuer, die Beibehaltung des bisherigen Vergaberechts, die Modernisierung der Bauvorschriften sowie der Abbau von Bürokratie. Die Mitglieder betonten zudem die Notwendigkeit politischer Maßnahmen, um die Belastungen durch globale Krisen – etwa bei Materialpreisen und Planungssicherheit – zu mildern.

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Trotz der wirtschaftlichen Spannungen bleibt das Handwerk in der Region stabil: Rund 16.000 Betriebe sind im Kammerbezirk aktiv, die Insolvenzquote bleibt unverändert. Allerdings geht die Zahl der Meisterbetriebe zurück, und illegale Beschäftigung bleibt ein Problem.

Erfreulich ist hingegen der stärkste Anstieg an neuen Ausbildungsverträgen seit über 20 Jahren. 2025 wurden 2.636 Lehrverträge unterzeichnet – ein Plus von 12 Prozent innerhalb von fünf Jahren. Damit liegt die Region über dem Bundesschnitt und übertrifft Städte wie München, Hamburg und Berlin. Treiber dieser Entwicklung sind vor allem die Bereiche IT und Gesundheitshandwerk. Zudem setzt die Kammer auf mehr Diversität: Immer mehr Frauen und internationale Bewerber:innen beginnen eine Ausbildung im Handwerk.

Um Nachwuchs zu gewinnen, bietet die Kammer Programme wie JET (Job-Erkundungs-Tage), die Ausbildungsbotschafter-Initiative sowie Mentoring-Programme für Frauen an. Auch die Berufsorientierung wird ausgebaut, etwa durch Pläne für ein Freiwilliges Handwerksjahr und mehr Angebote zur beruflichen Weiterbildung über die Gewerbe Akademie.

Die Vollversammlung signalisierte einen proaktiven Kurs angesichts der bevorstehenden Herausforderungen. Mit Rekordzahlen bei den Ausbildungsplätzen und gezielten Initiativen will der Sektor seine Fachkräftebasis stärken und sich den wirtschaftlichen Druckfaktoren anpassen. Entscheidend für den Erhalt dieses Schwungs werden politische Weichenstellungen sein – etwa bei Steuerentlastungen und regulatorischen Reformen.

Quelle