Handwerk in Baden-Württemberg kämpft mit drastischem Vertrauensverlust und schrumpfenden Aufträgen
Abraham HermighausenHandwerk in Baden-Württemberg kämpft mit drastischem Vertrauensverlust und schrumpfenden Aufträgen
Das Handwerk in Baden-Württemberg steht vor den größten Herausforderungen seit über einem Jahrzehnt. Eine aktuelle Studie von Handwerk BW, dem Verband, der 145.000 Handwerksbetriebe mit 770.000 Beschäftigten vertritt, zeigt einen drastischen Vertrauensverlust. Immer weniger Unternehmen bewerten ihre Geschäftslage als gut, während gleichzeitig die Kosten steigen und Aufträge wegbrechen.
Ende 2021 stuften noch fast die Hälfte der Betriebe im Südwesten ihre Situation als gut ein. Damals sahen nur 19 Prozent ihre Lage als schwach an. Doch bis Ende 2023 hat sich das Bild deutlich verschlechtert: Nur noch 37 Prozent melden eine solide Performance – der niedrigste Wert seit 2009. Gleichzeitig bezeichnen 26 Prozent ihre Lage als schlecht, ein deutlicher Anstieg gegenüber den Vorjahren.
Auch die Auftragsbücher leiden. Lediglich 17 Prozent der Betriebe verzeichneten einen Zuwachs an Aufträgen – nach 21 Prozent im Vorjahr. Noch besorgniserregender: 44 Prozent mussten Rückgänge hinnehmen, gegenüber 34 Prozent im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Hinzu kommen explodierende Energie- und Beschaffungskosten, die die Gewinne weiter auffressen.
Geopolitische Spannungen verschärfen die Lage zusätzlich und treiben die Ausgaben weiter in die Höhe. Die Stimmung im Handwerk ist mittlerweile so gedrückt wie zu Beginn der Corona-Pandemie. Die Branche warnt vor weiteren Verschärfungen: Sollten die Kosten weiter steigen, droht eine deutliche Verschlechterung der Situation.
Das Handwerk in Baden-Württemberg rüstet sich für schwierigere Zeiten. Mit schrumpfenden Aufträgen, stark steigenden Kosten und schwindendem Optimismus blicken die Betriebe einer ungewissen Zukunft entgegen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob es dem Sektor gelingt, sich zu stabilisieren – oder ob sich die Lage weiter zuspitzt.






