Hammerbande-Anführerin Lina E. überraschend auf Bewährung freigelassen
Hellmut RudolphHammerbande-Anführerin Lina E. überraschend auf Bewährung freigelassen
Lina E., die verurteilte Anführerin der militanten linksextremen Gruppe Hammerbande, ist vorzeitig aus der Haft entlassen worden. Deutschlands höchstes Gericht bestätigte die Entscheidung und wies eine Beschwerde der Staatsanwaltschaft zurück. Der Fall hat die Debatte darüber neu entfacht, wie politisch motivierte Gewalt im Justizsystem des Landes behandelt wird.
Lina E. war 2023 zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden, weil sie eine kriminelle Vereinigung gegründet und angeführt hatte. Die Gruppe, die zwischen 2018 und 2020 aktiv war, verübte gewaltsame Überfälle auf mutmaßliche Rechtsextremisten in Ostdeutschland. Die Mitglieder setzten dabei Hämmer, Metallstangen und Pfefferspray ein und fügten ihren Opfern schwere Verletzungen zu.
Ihr Prozess vor dem Oberlandesgericht Dresden fand unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt, da Unruhen befürchtet wurden. Die Verhandlung endete im März 2025, als der Bundesgerichtshof das Urteil weitgehend bestätigte. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie bereits etwa zwei Drittel ihrer Strafe verbüßt, einschließlich der Untersuchungshaft.
Die Bundesanwaltschaft hatte sich gegen ihre vorzeitige Entlassung gewandt und diese als verfrüht kritisiert. Doch der 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs wies die Revision zurück und ebnete damit den Weg für ihre Bewährungsentlassung.
Lina E. ist nun auf freien Fuß gesetzt, nachdem sie unter den üblichen Bewährungsauflagen vorzeitig entlassen wurde. Das Urteil beendet einen viel beachteten Fall, wirft aber weiterhin Fragen nach unterschiedlichen Strafmaßen bei politisch motivierten Straftaten auf. Die gewaltsame Kampagne ihres Netzwerks bleibt eines der extremsten Beispiele linker Militanztendenzen in der jüngeren deutschen Geschichte.






