24 June 2026, 00:08

Gericht stoppt Spiegel-Berichte über Christian Ulmen und Deepfake-Vorwürfe

Ulmen triumphiert über 'Der Spiegel' vor Gericht

Gericht stoppt Spiegel-Berichte über Christian Ulmen und Deepfake-Vorwürfe

Das Hanseatische Oberlandesgericht hat in einem viel beachteten Verfahren gegen den Schauspieler Christian Ulmen eine einstweilige Verfügung gegen Der Spiegel erlassen. Das Urteil untersagt dem Magazin, bestimmte Vorwürfe über Ulmens angebliche Beteiligung an der Erstellung und Verbreitung von Deepfake-Pornografie mit seiner Ex-Frau, der Schauspielerin Collien Fernandes, zu veröffentlichen. Zudem darf die Zeitschrift Zitate aus einer privaten E-Mail nicht verwenden, die Ulmen vor 50 Jahren an seinen Anwalt geschickt hatte.

Das Gericht urteilte, der Inhalt der E-Mail falle in den „höchstpersönlichen Kernbereich des Privaten“. Zudem sah es keine ausreichenden Belege für die Behauptungen des Spiegel, Ulmen habe an der Produktion oder Verbreitung KI-generierter gefälschter Pornografie mitgewirkt. Trotz dieser Einschränkungen bleibt es dem Magazin jedoch erlaubt, über Fernandes’ Vorwürfe der körperlichen Misshandlung durch Ulmen zu berichten.

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Die Entscheidung hat weitreichende Folgen für die öffentliche Debatte. Die Kanzlei Schertz-Bergmann, die Ulmen vertritt, hofft, dass das Urteil zur Wiederherstellung der Objektivität beiträgt und weitere Vorverurteilungen ihres Mandanten verhindert. Unabhängig davon ermitteln die Staatsanwaltschaften in Potsdam wegen des Vorwurfs der häuslichen Gewalt gegen Ulmen.

Der Fall hat auch eine politische Diskussion ausgelöst. SPD-Chefin Bärbel Bas und die ehemalige Grünen-Vorsitzende Ricarda Lang fordern schärfere Regelungen gegen den Missbrauch von KI. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) kündigte an, das Strafrecht gegen nicht einvernehmliche sexualisierte Deepfakes und „digitale sexualisierte Gewalt“ zu verschärfen. Konservative Politiker wie Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) setzen sich für eine Pflicht zur Klarnamennutzung im Internet ein.

Mit dem Urteil setzt das Gericht klare Grenzen, was über den Deepfake-Skandal veröffentlicht werden darf. Der Spiegel muss sich an die Verfügung halten, kann aber weiterhin über Fernandes’ Misshandlungsvorwürfe berichten. Der Fall unterstreicht die anhaltenden rechtlichen und politischen Bemühungen, digitale Belästigung und den Missbrauch von KI-Technologie einzudämmen.

Quelle