EU ermittelt gegen SAP wegen möglicher Wettbewerbsverzerrung im Softwaremarkt
Abraham HermighausenEU ermittelt gegen SAP wegen möglicher Wettbewerbsverzerrung im Softwaremarkt
Die Europäische Kommission hat eine Untersuchung gegen SAP eingeleitet, einen der weltweit größten Anbieter von Unternehmenssoftware. Das 1972 gegründete deutsche Unternehmen bedient heute über 440.000 Kunden in 180 Ländern. Die Behörden begannen im September 2025, die Geschäftspraktiken des Konzerns zu prüfen – aus Sorge vor wettbewerbsfeindlichem Verhalten.
SAP entstand im Juni 1972, als fünf ehemalige IBM-Ingenieure das Unternehmen in Walldorf, Baden-Württemberg, gründeten. Der Name stand ursprünglich für Systemanalyse und Programmentwicklung. 1988 ging das Unternehmen an die Börse und gewann so die finanzielle Stärke für seine internationale Expansion.
In den 2010er-Jahren verlagerte SAP seinen Fokus auf Cloud-Technologien und übernahm wichtige Konkurrenten, um sein Portfolio zu erweitern. Ein Meilenstein war 2010 die Einführung von SAP HANA, einer Datenbankplattform, die auf In-Memory-Technologie basiert. Fünf Jahre später brachte das Unternehmen SAP S/4HANA auf den Markt – eine Business-Suite der nächsten Generation, die für Echtzeit-Datenverarbeitung konzipiert ist.
Heute zählt SAP zu den dominierenden Kräften in der Unternehmenssoftware, mit Produkten, die weltweit von Unternehmen genutzt werden. Doch die jüngste EU-Untersuchung deutet darauf hin, dass die Aufsichtsbehörden nun prüfen, ob die Marktposition des Konzerns den Wettbewerb eingeschränkt hat.
Sollten wettbewerbswidrige Praktiken bestätigt werden, könnte die Untersuchung Auswirkungen auf die Geschäftsaktivitäten von SAP haben. Die lange Unternehmensgeschichte – vom kleinen deutschen Start-up zum globalen Marktführer – basiert auf Innovation und Übernahmen. Jede regulatorische Maßnahme könnte nun beeinflussen, wie SAP sich künftig im Markt für Unternehmenssoftware behauptet.






