04 May 2026, 22:10

Energiewende in Gefahr: Tennet sucht verzweifelt Investoren für Stromtrassen

Liniengraph, der die Erzeugung von elektrischer Energie aus anderen Quellen von 2021 bis 2022 zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Energiewende in Gefahr: Tennet sucht verzweifelt Investoren für Stromtrassen

Deutschlands Energiewende steht vor neuen Herausforderungen, da der Netzbetreiber Tennet Schwierigkeiten hat, die Finanzierung dringend benötigter Stromtrassenausbauten zu sichern. Der niederländische Staat, Eigentümer von Tennet, hat sich geweigert, die steigenden Kosten zu übernehmen, und zwingt das Unternehmen so, nach externen Investoren zu suchen. Ein Konsortium unter Führung des norwegischen Staatsfonds und des niederländischen Pensionsfonds APG bereitet nun ein Angebot vor, um bis Mitte September frisches Kapital einzubringen.

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Tennet Deutschland braucht dringend Geld, um die seit langem verzögerten Nord-Süd-Stromverbindungen fertigzustellen. Diese Leitungen sind entscheidend, um Windenergie aus den nördlichen Regionen zu den industriellen Zentren im Süden zu transportieren. Doch politische Streitigkeiten und wiederholte Änderungen der Trassenführung haben die Projekte ausgebremst – wichtige Verbindungen bleiben unvollendet.

Die fehlende Infrastruktur belastet bereits die Verbraucher. Weil die Netzkapazitäten nicht ausreichen, müssen die Betreiber Strom umleiten – zu höheren Kosten, die über die Netzentgelte auf alle Haushalte umgelegt werden. In Baden-Württemberg ist die Lage besonders prekär: Die Genehmigungen für neue Solaranlagen übersteigen den Netzausbau, sodass manche Hausbesitzer ihren Überschussstrom nicht mehr einspeisen können. Betroffene können ihre Photovoltaik-Anlagen nun nur noch für den Eigenbedarf nutzen.

Auch die Aufsichtsbehörden verschärfen die Kontrolle. Die Bundesnetzagentur (BNetzA) zeigt sich zunehmend zurückhaltend bei der Genehmigung von Netzausbaukosten, um die Netzentgelte im Zaum zu halten. Gleichzeitig behandelt die EU Deutschland nicht mehr als einheitliche Strompreiszone – zu groß sind die regionalen Kostendifferenzen, die eine einheitliche Energiepreispolitik erschweren.

Der Finanzierungsengpass und regulatorische Hürden gefährden den Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland. Ohne neue Investitionen werden die Netzengpässe bestehen bleiben, die Kosten für Verbraucher steigen und das Wachstum sauberer Energie gebremst. Tennets geplante Kapitalerhöhung könnte nun entscheiden, ob die dringend benötigten Projekte vorankommen – oder weitere Verzögerungen drohen.

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