05 April 2026, 02:10

Düsseldorfer Museum setzt auf unfreundliche Führungen – und begeistert damit Besucher

Ein farbenfrohes Plakat, das das Museum Grevin Souvenir de l'Exposition in Paris bewirbt, zeigt tanzende Menschen im Vordergrund mit einem Gebäude und einem Baum im Hintergrund.

Düsseldorfer Museum setzt auf unfreundliche Führungen – und begeistert damit Besucher

Ein Düsseldorfer Museum macht Unhöflichkeit zur Besucherattraktion. Der Kunstpalast bietet mit der "Griesgrämige-Führung" eine Tour an, die seit ihrem Start im Mai 2023 unter der Leitung des Performancekünstlers Carl Brandi ausverkauft ist. Inspiriert vom Erfolg absichtlich unfreundlicher Gastronomie-Erlebnisse wie dem Karen's Diner setzt das Museum nun auf eine Führung, bei der Beleidigungen und Augenrollen zum Ticketpreis gehören.

Die Idee stammt von Kunstpalast-Direktor Felix Krämer, der Museumsbesuche unterhaltsamer gestalten wollte. Statt höflicher Erklärungen erhalten die Gäste sarkastische Kommentare und übertriebene Seufzer von Joseph Langelinck – besser bekannt als Carl Brandi in seiner Rolle. Zwar wird ihr mangelndes Kunstwissen auf die Schippe genommen, doch die Sticheleien bleiben spielerisch und werden nie persönlich.

Die als "höchst unangenehm" beworbene Tour kostet 6 Euro pro Person und findet zweimal im Monat statt. Trotz der grantigen Inszenierung verlassen die meisten Besucher lachend den Raum und bezeichnen das Erlebnis als klug und unterhaltsam. Die Nachfrage ist so groß, dass neue Buchungen erst wieder ab nächsten Jahr möglich sind.

Viele Museen suchen heute nach interaktiven Wegen, Geschichte zu vermitteln – doch der Düsseldorfer Ansatz sticht heraus. Statt freundlicher Guides lebt diese Führung von gespielter Verachtung und theatralischer Geringschätzung. Und beweist: Selbst Unhöflichkeit kann Publikum anziehen.

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Die "Griesgrämige-Führung" ist mittlerweile eines der beliebtesten Angebote des Kunstpalasts. Da die Termine monatelang ausgebucht sind, hat sich das Experiment mit respektlosem Storytelling ausgezahlt. Wer das bewusst unangenehme Vergnügen erleben möchte, muss sich jedoch bis 2025 gedulden.

Quelle