16 April 2026, 14:14

Die taz beendet ihre tägliche Printausgabe – eine Ära geht zu Ende

Ein altes, gelbliches Buch mit einer verschnörkelten Tabelle englischer Namen in einem dekorativen Rahmen.

Die taz beendet ihre tägliche Printausgabe – eine Ära geht zu Ende

Die taz hat ihre letzte Wochenausgabe gedruckt – ein bedeutender Einschnitt in ihrer Verlagsstrategie. Am 17. Oktober 2025 verließ die letzte Montags-bis-Freitags-Ausgabe die Druckerpressen und beendete damit eine Ära für die Berliner Zeitung. Der Schritt ist Teil des Übergangs zu einem "Digital-First"-Modell: Künftig erscheint die Printausgabe nur noch samstags.

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Die Entscheidung, den wöchentlichen Druck einzustellen, wurde vom Führungsteam der taz bekannt gegeben. Die Chefredakteurinnen Barbara Junge und Ulrike Winkelmann sowie ihre Stellvertreterin Katrin Gottschalk erläuterten in einer öffentlichen Stellungnahme die Gründe für die Umstellung. Sie betonten die Notwendigkeit, sich an veränderte Mediennutzungsgewohnheiten anzupassen, ohne dabei den Anspruch auf unabhängigen Journalismus aufzugeben.

Zum Abschied gestaltete der Künstler Christian Jankowski die letzte Wochenausgabe mit einem besonderen Design: Auffällige Motive von Drucker:innen und ihren Händen zieren die Seitenränder – eine Hommage an das handwerkliche Können hinter der Zeitungsproduktion. Zudem steuerten 16 Redakteur:innen Beiträge bei, die die Geschichte der taz in einem ungewöhnlichen Format aufarbeiteten: als auto-fiktionalen Agenten-Thriller.

Für eine Sonderbeilage gewann die Redaktion 13 deutsche und internationale Autor:innen, die sich mit den Themen Abschied und Solidarität auseinandersetzten. Tägliche Inhalte bleiben weiterhin über den kressexpress-Newsletter abrufbar, der exklusive Geschichten und Verlags-Updates direkt in die Postfächer der Abonnent:innen liefert. Parallel strebt die taz an, 70 Prozent ihrer Print-Abonnent:innen zu digitalen oder E-Paper-Formaten zu bewegen.

Ab sofort erscheint die taz nur noch samstags in gedruckter Form, an den übrigen Wochentagen ausschließlich online und als E-Paper – ein Schritt, der den branchenweiten Trend zur digitalen Nutzung widerspiegelt. Die letzte Wochenausgabe ist nun im taz-Online-Shop als Sammlerstück erhältlich und markiert den Abschluss der Umstellung. Nun gilt es, die digitale Leserschaft auszubauen. Die Zukunft der Zeitung hängt davon ab, Abonnent:innen zu gewinnen und ihre unverwechselbare Stimme in einer zunehmend digitalen Welt zu bewahren.

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