Die Linke feiert Erfolge in Bayern, scheitert aber in Baden-Württemberg
Abraham HermighausenDie Linke feiert Erfolge in Bayern, scheitert aber in Baden-Württemberg
Die Linke verzeichnet in jüngsten Landeswahlen gemischte Ergebnisse. In Bayern legte die Partei bei Kommunalwahlen deutlich zu und verdoppelte ihren Stimmenanteil in Stadträten. In Baden-Württemberg blieb ihr Abschneiden bei der Landtagswahl hingegen hinter den Erwartungen zurück.
Bei den bayerischen Kommunalwahlen steigerte die Linke ihre Unterstützung in Stadtratswahlen von 3,0 auf 6,1 Prozent. Die Partei ist nun in 66 der 71 Landkreistage vertreten und stellte mit über 4.000 Kandidat:innen deutlich mehr Bewerber:innen auf als in früheren Jahren. Parteivertreter:innen führten den Aufschwung auf gezielte Kampagnen in städtischen Gebieten und eine wachsende Zustimmung unter jungen Wähler:innen zurück.
Auch in baden-württembergischen Großstädten wie Freiburg, Tübingen, Heidelberg und Karlsruhe konnte die Partei Erfolge verbuchen. Besonders stark war die Unterstützung bei den 16- bis 24-Jährigen. Landesweit fiel das Ergebnis jedoch ernüchternd aus: Die Linke erreichte nur 4,4 Prozent der Stimmen – unter dem internen Ziel von sechs bis sieben Prozent.
Die Mitgliederzahl in Baden-Württemberg stieg in den vergangenen 18 Monaten von 4.400 auf über 10.000 an. Die Landesvorsitzende Ines Schwerdtner bezeichnete das Wahlergebnis als das beste in der Geschichte der Partei im Südwesten. Gleichzeitig räumte die Linke ein, ihre Präsenz in ländlichen Regionen ausbauen zu müssen, um künftige Verluste zu vermeiden.
Die Basisinkommen-Partei (BSW) schnitt deutlich schlechter ab und kam lediglich auf 1,4 Prozent der Stimmen. Ihr Vorhaben, ein landesweites Tarifgesetz für den öffentlichen Dienst einzuführen, fand bei den Wähler:innen kaum Anklang.
Die Linke will nun ihre urbanen Erfolge ausbauen und gleichzeitig in ländlichen Gebieten Fuß fassen. Mit wachsender Mitgliederzahl und starker Jugendunterstützung plant die Partei, die jüngsten Gewinne in langfristigen Einfluss umzumünzen. Die nächste Herausforderung wird sein, den Schwung in stärkere Ergebnisse bei künftigen Wahlen umzuwandeln.