Deutschland verfehlt Klimaziele und vernachlässigt Tierheime trotz Versprechen
Hellmut RudolphDeutschland verfehlt Klimaziele und vernachlässigt Tierheime trotz Versprechen
Deutschland scheitert an seinen Zielen für Umweltschutz und Tierschutz
Trotz des Versprechens, die ökologische Landwirtschaft auszubauen und Tierheime zu fördern, stehen beide Bereiche vor ernsten Herausforderungen. Kritiker werfen der Regierung vor, ihre Zusagen bei Weitem nicht einzulösen.
Das Land hatte sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 30 Prozent der Landwirtschaft auf Öko-Anbau umzustellen – doch der Fortschritt stockt. Bis Ende 2024 erfüllten nur 11,5 Prozent der Agrarflächen die Bio-Standards. Landwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU), gelernter Metzger und Politiker, steht zudem wegen seiner Klimapolitik und Haltung zur Fleischproduktion in der Kritik.
Unterdessen stecken Tierheime in der Krise. Deutschland zählt rund 1.400 Heime, viele davon überfüllt und unterfinanziert. Doch im Bundeshaushalt 2025 sind keine Mittel für sie vorgesehen – obwohl die Koalition zuvor 80 Millionen Euro Unterstützung zugesagt hatte. Zudem lässt Rainer ein vom Vorgänger initiiertes Förderprogramm für tiergerechte Haltung auslaufen.
Ein weiteres drängendes Problem bleibt der illegale Wildtierhandel. Deutschland erkennt den Schutzstatus geschmuggelter exotischer Tiere nicht an, was ihren Verkauf ermöglicht. Ein aktueller Fall betrifft Jimmy, einen vom Aussterben bedrohten Weißhandgibbon. Eingepfercht in einen engen Käfig und mit einer Windel gezwungen, wurde er gerettet, nachdem die Polizei einen Tipp von Jana Hoger erhalten hatte – einer PETA-Aktivistin, die sich als Käuferin ausgab. Solche Gibbons erzielen auf dem Schwarzmarkt bis zu 13.000 Euro.
Zudem boomt der unregulierte Welpenhandel. Monatlich werden zwischen 17.000 und 20.000 Welpen auf Online-Plattformen angeboten, viele davon unter fragwürdigen Zuchtbedingungen.
Mit weit hinter den Plänen zurückliegenden Öko-Zielen und ohne Haushaltsmittel für Tierheime geraten Deutschlands Tierschutz- und Umweltverpflichtungen unter Druck. Das Auslaufen wichtiger Förderprogramme und der anhaltende illegale Handel erschweren die Bemühungen um bessere Bedingungen zusätzlich. Tierheime, Wildtiere und nachhaltige Landwirtschaft blicken nun einer ungewissen Zukunft entgegen.






