Deutschland lockt internationale Studierende mit besseren Jobchancen in MINT-Berufen
Jovan JohannDeutschland lockt internationale Studierende mit besseren Jobchancen in MINT-Berufen
Deutschland intensiviert seine Bemühungen, internationalen Studierenden den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern. Hochschulen führen neue Programme ein, um die Verbindungen zur Wirtschaft zu stärken und die Berufsvorbereitung zu verbessern. Diese Maßnahmen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem das Land mit einem wachsenden Fachkräftemangel konfrontiert ist – insbesondere in den MINT-Fächern.
Über die Hälfte der internationalen Studierenden in Deutschland absolviert ein Studium in den Bereichen Naturwissenschaften, Technik, Ingenieurwesen oder Mathematik. Sie bilden einen zentralen Baustein des deutschen Fachkräfteeinwanderungssystems. Dennoch haben nur etwa 15 Prozent verpflichtende Deutschkurse in ihrem Studienplan verankert.
Studien zeigen, dass Deutschkenntnisse die Jobchancen deutlich erhöhen – selbst in Stellen, die auf Englisch ausgeführt werden. Studierende, die aufgrund finanzieller Not ungeeignete Nebenjobs annehmen, haben später oft Schwierigkeiten, in den Arbeitsmarkt einzusteigen. Dagegen finden Absolvent:innen, die während des Studiums Praktika, praxisnahe Abschlussarbeiten oder fachbezogene Tätigkeiten absolvieren, deutlich leichter eine Anstellung.
Internationale Hochschulabsolvent:innen aus Deutschland haben eine dreimal höhere Chance auf einen Arbeitsplatz als Migrant:innen, die direkt zur Arbeitsaufnahme einreisen. Viele, die ursprünglich nur einen kurzen Aufenthalt planten, bleiben langfristig – 26 Prozent der Befragten änderten ihre Pläne nach dem Berufseinstieg. Wer über den Bildungsweg einwandert, möchte zudem 1,6-mal häufiger dauerhaft in Deutschland bleiben.
Aktuell fehlen in Deutschland rund 148.500 MINT-Fachkräfte. Prognosen zufolge werden innerhalb eines Jahrzehnts 1,85 Millionen Beschäftigte den Arbeitsmarkt verlassen. Die gezieltere Integration internationaler Studierender könnte helfen, diese Lücken zu schließen. Bessere Wirtschaftskontakte und Karriereförderung könnten zudem mehr Absolvent:innen dazu bewegen, nach ihrem Studium im Land zu bleiben.






