Deutsches Start-up revolutioniert Europas Raketenstarts mit Hybridtechnologie
Hellmut RudolphDeutsches Start-up revolutioniert Europas Raketenstarts mit Hybridtechnologie
Europas Abhängigkeit von ausländischen Startanbietern hat den Kontinent mit nur minimalem eigenständigem Zugang zum Weltraum zurückgelassen. Im Jahr 2024 entfielen auf europäische Unternehmen weniger als ein Prozent der weltweiten Raketenstarts. Nun arbeitet ein deutsches Luft- und Raumfahrtunternehmen an einer Wende – mit einer neuen Generation kostengünstiger Raketen.
Die HyImpulse Technologies GmbH, ein in Deutschland ansässiges Start-up, entwickelt kommerzielle Trägerraketen für suborbitale und orbitale Missionen. Das hybride Antriebssystem des Unternehmens – betrieben mit flüssigem Sauerstoff und Paraffin – reduziert die Anzahl der Bauteile um etwa die Hälfte. Diese Konstruktion soll die Kosten senken, die Zuverlässigkeit erhöhen und flexible Startoptionen für kleine Nutzlasten bieten.
2024 führte HyImpulse mit der SR75 erfolgreich einen Testflug seiner suborbitalen Rakete durch und bewies damit die Funktionsfähigkeit seines Hybridantriebs. Die ersten kommerziellen Flüge der SR75 mit zahlenden Kunden sind für 2026 geplant. Parallel arbeitet das Unternehmen an der SL1, einer orbitalen Rakete, die ab 2027 bis zu 600 Kilogramm in den erdnahen Orbit transportieren soll.
Das Unternehmen hat bereits Verträge im Wert von mehreren hundert Millionen Euro abgeschlossen und plant Startplätze auf mehreren Kontinenten. Um sein Wachstum zu finanzieren, sammelte HyImpulse kürzlich 15 Millionen Euro an Eigenkapital ein, angeführt von Campus Founders Ventures. Weitere Investoren sind unter anderem Helantic, GIMIC und Vienna Point. Zudem wurden bereits 30 Millionen Euro an zusätzlicher Finanzierung gesichert.
Die Hybridraketen von HyImpulse könnten dazu beitragen, Europas Abhängigkeit von nicht-europäischen Startanbietern zu verringern. Mit abgeschlossenen Testflügen und bevorstehenden kommerziellen Missionen rückt das Unternehmen näher an eine europäische Eigenlösung für den Start kleiner Satelliten heran. Die ersten orbitalen Flüge sollen 2027 beginnen.






