Daimler Truck streicht 5.000 Jobs und verschiebt Wasserstoff-Lkw-Pläne
Hellmut RudolphDaimler Truck streicht 5.000 Jobs und verschiebt Wasserstoff-Lkw-Pläne
Daimler Truck plant Streichung von rund 5.000 Stellen in Deutschland bis 2030
Das Unternehmen kündigte die Maßnahme im Rahmen eines umfassenden Effizienzprogramms an, mit dem die Kosten um über eine Milliarde Euro gesenkt werden sollen. Entlassungen gegen den Willen der Beschäftigten sind vor Ende 2034 nicht vorgesehen.
Gleichzeitig passt Daimler Truck seine Wasserstoffstrategie an und verschiebt den Fokus auf Brennstoffzellen-Lkw in Europa auf das frühe nächste Jahrzehnt. Grund für die Verzögerung ist der zögerliche Ausbau der Wasserstoff-Tankstelleninfrastruktur.
Die Stellenabbaupläne sollen vor allem durch natürliche Fluktuation, Vorruhestand und freiwillige Abfindungsprogramme umgesetzt werden. Auf betriebsbedingte Kündigungen wird damit verzichtet, während die Belegschaft schrittweise verkleinert wird. Aktuell beschäftigt Daimler Truck in Deutschland etwa 35.500 Mitarbeiter, davon 28.000 in der Sparte Mercedes-Benz Lkw.
Finanziell bleibt das Unternehmen stabil: 2024 verzeichnete Daimler Truck North America eine bereinigte Umsatzrendite von 12,9 %. Die Gruppe strebt an, diese Performance zu halten und im Industriebereich bis 2030 eine Rendite von über 12 % zu erreichen. Aktionäre profitieren von einer kontinuierlichen Dividendenpolitik – die Ausschüttungen sollen zwischen 40 % und 60 % des Nettogewinns liegen.
Um das Vertrauen der Anleger weiter zu stärken, startet im zweiten Halbjahr 2025 ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu zwei Milliarden Euro. Dies ergänzt die laufenden Kostensenkungsmaßnahmen im Rahmen des Programms „Cost Down Europe“.
Die Verzögerung bei der Entwicklung von Wasserstoff-Lkw spiegelt die Herausforderungen beim Aufbau des Tankstellennetzes in Europa wider. Bis die Infrastruktur ausgereift ist, setzt das Unternehmen auf andere Technologien und Märkte.
Mit dem Effizienzprogramm wird Daimler Truck seine deutschen Standorte in den kommenden sechs Jahren umstrukturieren. Die Stellenstreichungen und Einsparungen sollen die langfristige Rentabilität sichern. Gleichzeitig unterstreicht die Anpassung der Wasserstoffstrategie die praktischen Hürden auf dem Weg zur emissionsfreien Lkw-Mobilität in Europa.






