Daimler ruft weitere 200.000 Fahrzeuge wegen defekter Takata-Airbags zurück
Abraham HermighausenDaimler ruft weitere 200.000 Fahrzeuge wegen defekter Takata-Airbags zurück
Daimler erweitert die Rückrufaktion für Fahrzeuge mit potenziell defekten Takata-Airbags in den USA und Kanada. Betroffen sind rund 200.000 Fahrzeuge, die mit Beifahrer-Airbags ausgestattet sind. Das Unternehmen hat bereits erhebliche Mittel bereitgestellt, um das anhaltende Problem zu bewältigen.
2015 hatte Daimler in den USA bereits 840.000 Fahrzeuge wegen fehlerhafter Fahrer-Airbags von Takata zurückgerufen und dafür 340 Millionen Euro zurückgestellt. Nun muss das Unternehmen die Rückrufaktion auf weitere Modelle ausweiten, bei denen die Beifahrer-Airbags ein Risiko für Fehlfunktionen bergen.
Die Airbag-Gasgeneratoren von Takata können mit übermäßiger Wucht auslösen und Metallsplitter in den Fahrzeuginnenraum schleudern. Dieser Defekt steht im Zusammenhang mit mindestens elf Todesfällen und Dutzenden Verletzungen weltweit. Ursache ist die langfristige Einwirkung von hoher Hitze und Luftfeuchtigkeit, die die Airbag-Komponenten mit der Zeit schädigt.
Die US-amerikanische Verkehrsbehörde National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) hat den Rückruf von bis zu 40 Millionen weiteren Takata-Airbags angeordnet – der größte Rückruf in der Geschichte der US-Automobilbranche. Takata selbst geriet durch das Ausmaß der Rückrufe in finanzielle Schwierigkeiten, zudem waren Ersatzteile oft knapp.
Daimler hat für die Rückrufkosten in diesem Geschäftsjahr einen Betrag im „mittleren dreistelligen Millionenbereich“ reserviert. Das Unternehmen bestätigte, dass in Europa keine mit der aktuellen Rückrufaktion zusammenhängenden Fehlfunktionen gemeldet wurden, da das Klima dort selten die extremen Bedingungen aufweist, die den Defekt auslösen.
Die erweiterte Rückrufaktion umfasst zusätzliche 200.000 Fahrzeuge in Nordamerika. Daimler setzt seine Maßnahmen mit erheblichen finanziellen Rückstellungen fort. Der umfassendere Rückruf spiegelt die anhaltenden Bemühungen wider, die mit den Takata-Airbags verbundenen Risiken einzudämmen.






