Constanza Macras verabschiedet sich mit Goodbye Berlin von der Volksbühne
Abraham HermighausenConstanza Macras verabschiedet sich mit Goodbye Berlin von der Volksbühne
Choreografin Constanza Macras präsentiert ihr neuestes Werk Goodbye Berlin – eine mutige Tanzperformance, die das Weimarer Zeitalter mit der Berliner Clubkultur des Jahres 2025 verschmilzt. Inspiriert von Christopher Isherwoods Roman Leb wohl, Berlin aus dem Jahr 1939, markiert das Stück einen Wendepunkt in Macras' Karriere, da sie sich damit von der Volksbühne unter der Leitung von Matthias Lilienthal verabschiedet.
Die revueartige Produktion stellt die Dekadenz der Cabarets der 1930er-Jahre dem heutigen Nachtleben gegenüber. Ein wiederkehrendes Motiv ist ein riesiger Spiegel, der sich über das Publikum senkt und es zwingt, sich mit dem eigenen Spiegelbild auseinanderzusetzen. Dieses visuelle Element unterstreicht das zentrale Thema der Show: die beunruhigenden Parallelen zwischen dem Aufstieg des Faschismus in den 1930er-Jahren und den heutigen politischen Spannungen.
Macras, deren Company DorkyPark für ihren provokativen Stil bekannt ist, verleiht der Aufführung einen ungewöhnlich lehrhaften Ton. Neben ihrer Bühnenarbeit hat sie auch für Hollywood choreografiert und mit Regisseur Giorgos Lanthimos an mehreren Filmen zusammengearbeitet. Goodbye Berlin ist nun ihr letztes Projekt an der Volksbühne und schließt damit ein langes Kapitel ihrer Verbindung zu diesem Haus ab.
Das Stück fordert die Zuschauer auf, darüber nachzudenken, wie sich Geschichte wiederholen könnte. Durch die Verschmelzung von Vergangenheit und Gegenwart schafft Macras ein verstörendes, doch dringliches Erlebnis, das noch lange nach dem Fall des Vorhangs nachwirkt.
Mit Goodbye Berlin verlässt Macras die Volksbühne mit einem beeindruckenden Schlussakkord. Die Mischung aus historischem Bezug und moderner Dringlichkeit lädt das Publikum ein, über politische Zyklen zu reflektieren. Ihre nächsten Projekte sind noch nicht bekannt, doch dieses Werk festigt ihren Ruf als furchtlose, zum Nachdenken anregende Choreografin.






