Bundesregierung lehnt Kapazitätsmarkt ab – und riskiert die Stromversorgungssicherheit
Jovan JohannBundesregierung lehnt Kapazitätsmarkt ab – und riskiert die Stromversorgungssicherheit
Die deutsche Bundesregierung hat Pläne für einen Kapazitätsmarkt zur Förderung von Reservekraftwerken abgelehnt. Diese Entscheidung fällt mitten in die anhaltende Debatte, wie die Energieversorgungssicherheit gewährleistet werden kann, während unwirtschaftliche Kraftwerke schrittweise vom Netz gehen.
E.ON und RWE haben angekündigt, 27 Kraftwerke stillzulegen. Diese Anlagen sind unter den aktuellen Bedingungen des deutschen Energie-Börsenmarkts nicht rentabel, bleiben jedoch für die Stabilität der Stromversorgung unverzichtbar. Bevor die Betreiber sie abschalten dürfen, müssen sie nun die Genehmigung der Bundesnetzagentur einholen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel unterstützt einen Vorschlag des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE), der statt eines Kapazitätsmarkts eine größere und flexiblere strategische Reserve vorsieht. Bundeswirtschafts- und Energieminister Sigmar Gabriel teilt diese Position und lehnt das Modell eines Kapazitätsmarkts vollständig ab.
E.ON betont indes, dass die Frage der Kapazitätsvergütungen weiterhin bestehen bleibe. Andere europäische Länder führen bereits Kapazitätsmärkte ein, doch Deutschland hat eine gemeinsame Lösung mit Frankreich ausgeschlossen.
Ohne einen Kapazitätsmarkt bleibt die wirtschaftliche Tragfähigkeit von Reservekraftwerken ungewiss. Mit der Ablehnung des Modells sind Energieunternehmen und Regulierungsbehörden nun gefordert, alternative Wege zu finden, um die Versorgungssicherheit zu garantieren. Die Diskussion, wie in Deutschlands Energiesystem Kosten und Zuverlässigkeit in Einklang zu bringen sind, geht weiter.






