Bosnische Baufirma in Stuttgart wegen Millionenbetrugs und illegaler Beschäftigung unter Verdacht
Hellmut RudolphVater und Sohn sollen den Staat um Millionen Euro betrogen haben - Bosnische Baufirma in Stuttgart wegen Millionenbetrugs und illegaler Beschäftigung unter Verdacht
Bosnische Baufirma in Stuttgart steht unter schwerem Betrugsverdacht
Ein bosnisches Bauunternehmen mit Sitz in Stuttgart sieht sich schweren Vorwürfen wegen Betrugs und illegaler Beschäftigungspraktiken ausgesetzt. Die Behörden werfen den beiden Geschäftsführern – einem 73-jährigen Vater und seinem 51-jährigen Sohn – vor, den Staat um Sozialabgaben in Höhe von 1,6 Millionen Euro betrogen zu haben, indem sie diese vorenthalten haben. Ermittlungen deuten darauf hin, dass das Unternehmen möglicherweise als Tarnfirma diente, um ausländische Arbeitskräfte über fragwürdige Subunternehmerverträge anzustellen.
Das Unternehmen, das vor allem Flachdachbeschichtungen auf Baustellen in Stuttgart, Böblingen, Wendlingen, Feuerbach, Göppingen und Geislingen ausführte, beschäftigte über 90 ausländische Arbeiter. Diese waren zunächst über Subunternehmerverträge eingestellt worden, die von der Bundesagentur für Arbeit genehmigt worden waren. Doch nun behaupten Beamte, dass diese Verträge von Anfang an ungültig gewesen seien – was bedeute, dass die Mitarbeiter eigentlich voll sozialversicherungspflichtig hätten beschäftigt werden müssen.
Am Mittwoch durchsuchten Zollfahnder die Wohnungen und Büros der beiden Geschäftsführer und beschlagnahmten Beweismaterial. Auch Mitarbeiter wurden zu ihren Arbeitsbedingungen und Verträgen befragt. Die Ermittler vermuten, dass das Unternehmen eher als Arbeitsvermittlungsagentur denn als seriöser Baubetrieb fungierte.
Sollten die Subunternehmerverträge offiziell für ungültig erklärt werden, drohen dem Vater-Sohn-Duo Anklagen wegen illegaler Beschäftigung ausländischer Arbeitskräfte. Im Mittelpunkt des Falls stehen Vorwürfe, das Unternehmen habe gezielt deutsche Arbeits- und Sozialgesetze durch diese Konstruktionen umgangen.
Das Ergebnis der Ermittlungen wird entscheiden, ob gegen die Geschäftsführer strafrechtliche Anklagen wegen Betrugs und illegaler Beschäftigung erhoben werden. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, könnte das Unternehmen gezwungen werden, die 1,6 Millionen Euro an ausstehenden Sozialabgaben nachzuzahlen. Die Behörden werten weiterhin die bei den Razzien sichergestellten Beweise aus.






