Berliner Theaterbesucher scheitert an skurriler Desensibilisierungstherapie
Hellmut RudolphBerliner Theaterbesucher scheitert an skurriler Desensibilisierungstherapie
Ein jüngster Versuch der Desensibilisierungstherapie nahm für einen Berliner Theaterbesucher eine unerwartete Wendung. Das Ziel war simpel: die Angst vor nackten Auftritten und unkonventionellen Shows überwinden. Doch das Erlebnis endete weit seltsamer, als geplant.
Die Idee stammte von einem Freund, der vorschlug, eine Liste immer herausfordernderer Aufführungen zusammenzustellen. Begonnen wurde mit dem Besuch jeder Show eines berüchtigten Schauspielers, der dafür bekannt ist, sich regelmäßig blank zu präsentieren. Die Liste gipfelte in einer Kreuzfahrt mit einem verpflichtenden Abendprogramm unter dem Titel „Heino trifft Rammstein“ – eine Aussicht, die dem Probanden schon im Voraus Übelkeit bereitete.
Das ausgewählte Stück drehte sich um Themen wie Apokalypse, Durchhaltevermögen und Gemeinschaft. Während der Vorstellung blieb der Hauptdarsteller seinem Ruf treu: Er betrat nackt die Bühne und brach hin und wieder aus seiner Rolle heraus. Das Publikum reagierte mit begeistertem Applaus, doch ein einsamer Zuschauer in der Nähe brüllte wütend ein buhendes „Buh!“ Richtung Bühne.
Zur Erholung griff der Theaterfan danach zu „Frühling für Hitler“ – als Gegenmittel sozusagen. Das ganze Erlebnis inspirierte sogar einen makabren Scherz: ein fiktives „Sensibilisierungsprogramm“ gegen extremistische Ideologien, finanziert durch Satiren wie „Jojo Rabbit“ und „Der große Diktator“.
Das Experiment vertrieb die Angst vor nackten Darstellern oder skurrilen Produktionen nicht. Stattdessen bestätigte es nur, wie unberechenbar die Berliner Theaterszene sein kann. Vorerst bleibt das neueste umstrittene Stück in einem anderen großen Haus tabu – zumindest bis zur nächsten Therapierunde.






