Baden-Württemberg zeigt erste Erfolge beim Agrarvertrag für biologische Vielfalt
Jovan JohannBaden-Württemberg zeigt erste Erfolge beim Agrarvertrag für biologische Vielfalt
Ein Jahr nach Unterzeichnung des Gesellschaftsvertrags für Landwirtschaft und biologische Vielfalt in Baden-Württemberg hat die Landesregierung erste konkrete Ergebnisse vorgestellt. Der Vertrag, der von rund 50 Vertretern aus verschiedenen Bereichen unterstützt wird, soll eine gemeinsame Grundlage für eine nachhaltige Agrarpolitik schaffen. Bei der jährlichen Strategiedialog-Veranstaltung in Stuttgart am 9. Oktober 2025 präsentierten Beamte die Fortschritte.
Der Gesellschaftsvertrag umfasst 256 Empfehlungen und freiwillige Verpflichtungen, um die Zukunft von Landwirtschaft und biologischer Vielfalt in der Region zu gestalten. Zur Umsetzung hat das Land einen neuen Rat für Kulturlandschaft mit zwei zentralen Gremien eingerichtet: dem "Marktbeirat" und dem Ausschuss "Nachhaltige Landwirtschaft und Ökosystemleistungen". Diese Gruppen überwachen die Umsetzung der im Agrarstrategie-Dialog vereinbarten Maßnahmen.
Landwirtschaftsminister Peter Hauk betonte, dass sich alle Beteiligten – von Landwirten und Naturschützern über Händler bis hin zu Bildungsverantwortlichen – aktiv an die Strategie anpassen. Auch das Umweltministerium unter Thekla Walker fördert lokale Netzwerke zwischen Naturschutz und Landwirtschaft, um den Zusammenhang zwischen Umweltschutz und landwirtschaftlichen Praktiken zu stärken.
Bildung spielt eine zentrale Rolle in der Initiative. Das Staatsministerium hat eine ressortübergreifende Gesprächsrunde angekündigt, um biologische Vielfalt und Landwirtschaft in die Lehrpläne zu integrieren. Eine neue Online-Plattform wird Lernmaterialien bündeln, während eine Konferenz unter dem Titel "Natur erleben – Biologische Vielfalt" die Zusammenarbeit zwischen Schulen und externen Partnern vertiefen soll.
Das Projekt stößt bereits auf überregionales Interesse. Ministerpräsident Winfried Kretschmann dankte den Teilnehmern für ihr Engagement und verwies darauf, dass Bund und EU den baden-württembergischen Ansatz genau verfolgten. Elisabeth Werner, die neue Generaldirektorin der EU-Kommission für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, bezeichnete den Strategiedialog des Landes als Vorbild für andere.
Das erste Jahr des Gesellschaftsvertrags hat klare Schritte für eine nachhaltige Landwirtschaft und biologische Vielfalt in Baden-Württemberg gesetzt. Mit neuen Strukturen und der laufenden branchenübergreifenden Zusammenarbeit will das Land seine 256 Empfehlungen in langfristige Veränderungen umsetzen. Die Initiative strahlt mittlerweile über die Region hinaus und weckt das Interesse von nationalen und EU-Politikern.






