Baden-Württemberg will Spritpreise wie in Österreich regulieren – doch der ADAC warnt
Jovan JohannÖsterreichs Beispiel? Was steckt hinter dem Spritpreisvorschlag - Baden-Württemberg will Spritpreise wie in Österreich regulieren – doch der ADAC warnt
Spritpreise in Deutschland schwanken extrem – und ändern sich oft mehr als 20 Mal am Tag an einer einzigen Tankstelle. Diese ständigen Preissprünge stoßen zunehmend auf Kritik. Nun fordert Baden-Württemberg strengere Regeln nach österreichischem Vorbild, wo die Preise nur einmal täglich angepasst werden – zum Vorteil der Autofahrer.
In Österreich dürfen Tankstellen die Spritpreise nur einmal am Tag erhöhen, und zwar mittags, während Senkungen jederzeit möglich sind. Dieses System hat sich bewährt: Es schafft mehr Planungssicherheit für Verbraucher und reduziert unvorhersehbare Preisschwankungen. Aktuell liegt der Liter Superbenzin dort um 21,7 Cent günstiger als in Deutschland, Diesel ist um 7,5 Cent billiger – auch wegen niedrigerer Kraftstoffsteuern.
In Deutschland hingegen wurden die Preise im ersten Halbjahr 2024 laut Bundeskartellamt im Schnitt 22 Mal pro Tag angepasst. Verbraucherminister Peter Hauk (CDU) aus Baden-Württemberg kritisiert, dass diese häufigen Änderungen Verbraucher in die Irre führten. Sein Vorschlag orientiert sich am österreichischen Modell und zielt auf mehr Transparenz und Fairness ab.
Doch der ADAC warnt vor möglichen Nachteilen: Werde die Preiserhöhung auf einmal täglich begrenzt, könnten Tankstellen die täglichen Anpassungen stärker ausfallen lassen – und damit die durchschnittlichen Kosten in die Höhe treiben. Der baden-württembergische Plan soll nun im Bundesrat beraten werden, doch eine schnelle Entscheidung gilt als unwahrscheinlich. Zuerst wird die Vorlage in die Ausschüsse verwiesen.
Die Debatte über die Regulierung der Spritpreise dauert an. Baden-Württemberg setzt sich für eine Übernahme des österreichischen Systems ein. Sollte der Vorschlag umgesetzt werden, wären tägliche Preissprünge begrenzt – allerdings möglicherweise auf Kosten höherer Durchschnittspreise. Eine endgültige Entscheidung wird erst nach weiteren Prüfungen in den kommenden Monaten fallen.






