Baden-Württemberg reformiert Künstlerförderung für mehr Planungssicherheit und Stabilität
Marliese MülichenBaden-Württemberg reformiert Künstlerförderung für mehr Planungssicherheit und Stabilität
Baden-Württemberg kündigt umfassende Reform der Fördergelder für freie Darstellende Künstler an
Die neuen Regelungen folgen einer ausführlichen Evaluation, die über 16 Monate durchgeführt wurde. Laut Behörden soll das überarbeitete Modell der Branche mehr Planungssicherheit und Stabilität bieten.
Die Bewertung wurde im Auftrag des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst vom Landesverband Freie Tanz- und Theaterschaffende Baden-Württemberg (LaFT BW) geleitet. Zwischen März 2024 und Juli 2025 flossen die Erfahrungen von Künstlern und Fachleuten in die Analyse ein. Die Evaluationsagentur Baden-Württemberg (EVALAG) begleitete den Prozess fachlich.
Das neue Fördersystem basiert auf drei zentralen Säulen: mehrjährigen institutionellen Zuwendungen, offenen Projektförderungen für Einzelkünstler sowie erweiterten Zuschüssen. Damit sollen langjährige Klagen über finanzielle Unsicherheiten im Kulturbereich entkräftet werden. Eine Umfrage ergab, dass 94 Prozent der befragten Künstler staatliche Förderung als unverzichtbar für ihre Arbeit einstufen.
Eva-A. Maj, Geschäftsführerin des LaFT BW, forderte eine stärkere administrative Struktur, um die Mittelvergabe effizienter zu gestalten. Madeline Ritter, künstlerische Leiterin des Bureau Ritter gUG, betonte, dass längere Förderzyklen und höhere Budgets entscheidend für die Nachhaltigkeit künstlerischer Arbeit seien. Arne Braun, Staatssekretär für Kunst und Kultur, bezeichnete die freie Szene als "unverzichtbaren Motor der kulturellen Vielfalt" in der Region. Die Reform sende ein klares Signal, so Braun: "Kunst braucht Verlässlichkeit – und genau das garantiert das neue System."
Mit der Umstellung auf mehrjährige Förderungen und ausgeweitete Zuschüsse will das Land die finanzielle Unsicherheit von Künstlern verringern. Die Änderungen spiegeln die Rückmeldungen aus der Evaluationsphase sowie die Expertise von Branchenvertretern wider.






