Baden-Württemberg belohnt E-Autofahrer für flexibles Laden im Pilotprojekt
Marliese MülichenBaden-Württemberg belohnt E-Autofahrer für flexibles Laden im Pilotprojekt
Pilotprojekt in Baden-Württemberg testet Belohnungen für flexibles Laden von E-Autos
Ein neues Pilotprojekt in Baden-Württemberg erprobt Wege, um Besitzer von Elektrofahrzeugen (E-Autos) für flexibles Laden zu belohnen. Unter dem Namen LadeFlexBW bietet das Programm finanzielle Anreize für Privatfahrer, die ihre Ladegewohnheiten anpassen, um das Stromnetz zu entlasten. Ziel der Initiative ist es, ein skalierbares, marktbasiertes System zu schaffen, das sowohl Verbrauchern als auch dem Energienetz zugutekommt.
Das Projekt richtet sich an private E-Autofahrer in der gesamten Region und ermöglicht es ihnen, Geld zu verdienen, indem sie Netzdienstleistungen durch flexible Ladezeiten anbieten. Im Gegensatz zu anderen Programmen ist dafür weder ein Wechsel des Energieanbieters noch eine Tarifanpassung nötig. Stattdessen wird die Flexibilität als eigenständige Leistung behandelt – so bleiben die gewohnten Laderoutinen der Fahrer unberührt.
LadeFlexBW ist für den Praxiseinsatz konzipiert und nutzt das bestehende Standardlastprofil (SLP). Dadurch kann netzdienliches Laden auch ohne intelligente Stromzähler funktionieren. Die Systemarchitektur ist skalierbar angelegt und unterstützt alles – von einigen hundert bis zu zehntausenden Fahrzeugen.
Führende Vertreter der Energiewirtschaft unterstützen die Initiative. Oliver Strangfeld, Vorstandsmitglied bei TransnetBW, sieht darin einen schnellen Weg von der Pilotphase zur flächendeckenden Einführung. Dominique Gross, Geschäftsführer von Intelligent Energy System Services (IE2S), will nachweisen, dass die Belohnung flexiblen Ladens als nachhaltiges Geschäftsmodell funktionieren kann.
Die Erkenntnisse aus LadeFlexBW sollen mehrere Bereiche prägen: dazu gehören Energiepreise, Netzentgeltstrukturen sowie die Entwicklung neuer digitaler Dienstleistungen für Laden und Mobilität. Zudem zielt das Projekt darauf ab, regulatorische Rahmenbedingungen für dezentrale Flexibilität mitzugestalten und die Integration der E-Mobilität in erneuerbare Energiesysteme voranzutreiben.
LadeFlexBW steht für einen Schritt hin zu einem reaktionsfähigeren Energienetz, das private E-Autos als flexible Ressource nutzt. Der Feldtest wird Daten liefern, wie kleine Anpassungen im Ladeverhalten größere Energieziele unterstützen können. Die Ergebnisse könnten künftige Politiken und Marktmodelle für netzdienliche E-Mobilität prägen.






