Bad Urach lehnt Amazon-Verteilzentrum mit knapper Mehrheit ab
Abraham HermighausenBürger in Bad Urach lehnen Amazons Pläne für ein Verteilzentrum ab - Bad Urach lehnt Amazon-Verteilzentrum mit knapper Mehrheit ab
Die Bürger von Bad Urach haben in einer lokalen Abstimmung Pläne für ein neues Amazon-Verteilzentrum abgelehnt. Bei dem Referendum sprachen sich 52,5 Prozent der Teilnehmer gegen das Projekt aus – trotz der Zusagen neuer Arbeitsplätze und wirtschaftlicher Vorteile. Fast die Hälfte der Wahlberechtigten gab ihre Stimme zu dieser Frage ab.
Das geplante Zentrum sollte auf einem vier Hektar großen Gelände im Stadtteil Hengen entstehen. Amazon hatte mindestens 150 direkte Arbeitsplätze zugesagt, mit der Möglichkeit von bis zu 400 weiteren Stellen, darunter Fahrer und Verwaltungsangestellte. Die Anlage hätte Pakete für die gesamte Region sortiert und verteilt.
Befürworter, darunter Bad Urachs Bürgermeister Elmar Rebmann, argumentierten, das Zentrum würde wirtschaftliches Wachstum bringen. Sie verwiesen auf steigende Steuereinnahmen und Beschäftigungsmöglichkeiten für die Stadt. Gegner hingegen äußerten Bedenken wegen des erhöhten Verkehrsaufkommens und der Belastung für lokale Geschäfte.
Am Ende stimmten 2.209 Einwohner gegen das Vorhaben, während 1.995 dafür votierten. Die Wahlbeteiligung lag bei fast 50 Prozent der Stimmberechtigten. Amazon betreibt bereits 29 ähnliche Zentren in Deutschland, ein weiteres soll bis September 2026 in Salzgitter eröffnet werden.
Die Entscheidung bedeutet, dass Amazon seine Pläne in Bad Urach nicht weiterverfolgen wird. Das Unternehmen muss nun nach alternativen Standorten für seine Logistikerweiterung suchen. Für die Stadt beendet die Abstimmung eine Debatte, die die Bürger in Fragen von Arbeitsplätzen, Verkehr und lokalem Handel spaltete.






