ARD-Literatursendung Druckfrisch wegen Sexismus-Vorwürfen in der Kritik
Jovan JohannARD-Literatursendung Druckfrisch wegen Sexismus-Vorwürfen in der Kritik
Das Literaturmagazin Druckfrisch des ARD gerät wegen Sexismusvorwürfen in die Kritik. Im Mittelpunkt der Debatte steht Moderator Denis Scheck, dessen jüngste Buchbesprechungen bei Autorinnen und Zuschauer:innen Empörung auslösten. Der Sender verteidigte nun die Sendung, betonte aber gleichzeitig, dass Frauenfeindlichkeit dort keinen Platz habe.
Ausgelöst wurde die Kontroverse am 29. März, als Scheck Bücher von Sophie Passmann und Ildikó von Kürthy rezensierte. Seine scharfe Kritik gipfelte darin, beide Werke durch eine Rutsche in einen Mülleimer zu befördern – eine symbolische Geste, die er bei missliebigen Büchern regelmäßig anwendet. Passmann bezeichnete seine Äußerungen später als "nicht nur grausam, sondern vor allem sexistisch". Von Kürthy reagierte mit einem Essay in der Zeit, in dem sie sich mit seiner abwertenden Haltung gegenüber ihrem Schreiben auseinandersetzte.
Die renommierte Literaturkritikerin Elke Heidenreich verurteilte Schecks Vorgehen und hinterfragte die Rolle des ARD, derartige Rezensionen zuzulassen. Der Sender entgegnete, dass das Geschlecht bei der literarischen Bewertung in Druckfrisch keine Rolle spiele. Zudem bekräftigte er sein Engagement für Gleichberechtigung und vielfältige Perspektiven in seinem Programm.
Obwohl der ARD betont, dass Frauenfeindlichkeit in der Sendung nicht toleriert werde, bleibt die Diskussion bestehen, ob Schecks Stil die Grenze zwischen scharfer Kritik und diskriminierendem Verhalten überschreitet. Der Streit verdeutlicht die Spannung zwischen freier literarischer Auseinandersetzung und respektvollem Diskurs. Der Sender hält an seiner Ablehnung von Sexismus fest, steht jedoch weiterhin hinter dem Format der Sendung. Druckfrisch bleibt vorerst auf Sendung – doch die Debatte über Tonfall und Wirkung der Sendung dauert an.






