26 June 2026, 16:07

Apothekerin zahlt 25.000 Euro an Betrüger – Merck warnt zu spät vor Fake-Rechnungen

Eigentümer: "Ich muss weitere 25.000 Euro bezahlen"

Apothekerin zahlt 25.000 Euro an Betrüger – Merck warnt zu spät vor Fake-Rechnungen

Apotheken in ganz Deutschland von Betrugswelle mit gefälschten Merck-Rechnungen betroffen

Carolin Schleußinger, Inhaberin der Marien-Apotheke in Roding, fürchtet nun, eine Rechnung über 25.000 Euro zweimal begleichen zu müssen, nachdem sie Opfer eines solchen Betrugs geworden ist. Merck hat zwar die Cyberangriffe eingeräumt, steht aber in der Kritik, weil das Unternehmen die Angelegenheit nicht ausreichend aufgearbeitet hat.

Schon im vergangenen Jahr hatten Apotheken vermehrt gefälschte E-Mails erhalten, die sich als Rechnungen von Merck tarnten. Das Unternehmen bestätigte später, dass es sich dabei um gezielte Cyberangriffe handelte. Dennoch erhielt Schleußinger eine Rechnung mit ungewöhnlichen Angaben – darunter eine neue Bankverbindung und eine spanische Adresse –, an deren Echtheit sie jedoch nicht zweifelte.

Nach der Begleichung der Rechnung forderte Merck erneut die Zahlung ein. Erst dann informierte das Unternehmen Schleußinger darüber, dass sie Ziel von Cyberkriminellen geworden sei, und riet ihr, Anzeige bei der Polizei zu erstatten und die E-Mails zur Untersuchung weiterzuleiten. Mittlerweile hat sie Strafanzeige gestellt und prüft rechtliche Schritte.

Ein von Schleußinger konsultierter Anwalt machte deutlich, dass es vor allem darauf ankomme, das eigentliche Ziel des Betrugs zu ermitteln – und nicht ihre Apotheke. Merck hat inzwischen einen Warnhinweis in seinem Online-Shop veröffentlicht und Apotheken aufgefordert, die Bankdaten auf Rechnungen genau zu prüfen. Doch Schleußinger bleibt besorgt, dass Merck aufgrund der gefälschten Rechnungen Medikamentenlieferungen zurückhalten könnte, und kritisiert das Unternehmen für mangelnde Transparenz.

Der Vorfall hat Schleußinger mit potenziellen finanziellen Verlusten und rechtlicher Unsicherheit zurückgelassen. Zwar soll Mercks Warnung weitere Betrugsfälle verhindern, doch der Vertrauensschaden könnte bestehen bleiben. Der Fall zeigt einmal mehr, wie anfällig die pharmazeutische Lieferkette für Cyberkriminalität ist.

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