25 March 2026, 14:11

Apothekensterben in Deutschland: Warum immer mehr Standorte schließen müssen

Außenansicht des 'Generika Apotheken' Geschäfts in einer städtischen Gegend mit umliegenden Gebäuden, Infrastruktur und Fahrzeugen unter einem klaren blauen Himmel.

Apothekensterben in Deutschland: Warum immer mehr Standorte schließen müssen

Apotheken in ganz Deutschland kämpfen ums Überleben: Steigende Kosten und veraltete Finanzierung bedrohen die Versorgung

In immer mehr deutschen Städten müssen Apotheken schließen – die steigenden Kosten und eine überholte Finanzierungsstruktur setzen sie zunehmend unter Druck. Allein in Tübingen haben im Altstadtbereich bereits drei Apotheken dichtgemacht, eine vierte steht vor der Schließung. Oberbürgermeister Boris Palmer unterstützt nun dringende Forderungen nach einer Reform und warnt: Ohne Gegenmaßnahmen drohten ganze Gemeinden den Zugang zu lebenswichtigen Dienstleistungen zu verlieren.

Die finanzielle Belastung für Apotheken baut sich seit Jahren auf. Seit 2013, als die Debatten über Reformen der Erstattungsregelungen begannen, sind die Ausgaben für Personal, Energie, Mieten und Bürokratie stetig gestiegen. Doch die Preise für apothekenpflichtige Leistungen blieben eingefroren – viele Betriebe können ihre Kosten nicht mehr decken. Bis Anfang 2026 war die Zahl der Apotheken in Deutschland auf 16.601 gesunken, wobei allein 2025 insgesamt 502 Schließungen verzeichnet wurden.

Regionale Unterschiede: Einige Bundesländer besonders betroffen Besonders hart trifft es einige Regionen. In Hessen stieg die Zahl der gefährdeten Apotheken um 46,7 Prozent, in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg lagen die Zunahmen bei 30,8 bzw. 26,7 Prozent. Städte wie Bremen verloren bis 2023 fast ein Fünftel ihrer Apotheken (19 Prozent), Dortmund verzeichnete zwischen 2012 und 2024 einen Rückgang um 24 Prozent. In Tübingen sind in der Altstadt bereits drei Apotheken verschwunden – eine vierte könnte bald folgen.

Palmer, der seit 2023 – nach seinem Austritt aus der Grünen-Partei – seine dritte Amtszeit als Oberbürgermeister antritt, betont, dass Apotheken weit mehr seien als bloße Unternehmen. Sie versorgten die Bevölkerung mit unverzichtbaren Medikamenten und fachkundiger Beratung, gerade in kleineren Städten. Ohne Reformen, so seine Warnung, müssten Patienten künftig weitere Wege für Rezeptbelieferungen in Kauf nehmen, Arzneimittelknappheit würde sich verschärfen, und leerstehende Läden würden die Innenstädte prägen.

Zögerliche Länder, dringender Handlungsbedarf Trotz der eskalierenden Krise zögern die Landesregierungen mit Reformen. Palmer pocht darauf, dass ohne faire Preisanpassungen und Unterstützung die Schließungswelle weiter an Fahrt aufnehmen werde.

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Die Abwärtsspirale bei den Apotheken zeigt keine Anzeichen einer Besserung – zumindest nicht ohne politisches Eingreifen. Weitere Schließungen hätten zur Folge: weniger Anlaufstellen für Medikamente, längere Wartezeiten für Patienten und verödende Geschäftszentren. Palmers Vorstoß für eine Reform unterstreicht die Dringlichkeit, bevor sich die Lage weiter zuspitzt.

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