Apotheken kämpfen mit Liquiditätsdruck durch teure Rezepte und setzen auf Vorfinanzierung
Marliese MülichenApotheken kämpfen mit Liquiditätsdruck durch teure Rezepte und setzen auf Vorfinanzierung
Apotheken in ganz Deutschland stehen unter wachsendem Liquiditätsdruck – Grund ist der steigende Anteil teurer Rezepte, die mittlerweile bis zu 40 Prozent des gesamten Rezeptvolumens ausmachen. Viele Apotheken sind gezwungen, ihre Forderungen vorzeitig einzuziehen, um die finanzielle Schieflage abzufedern. Die Abrechnungsstellen reagieren mit maßgeschneiderten Finanzierungslösungen, um die Belastung zu verringern.
In den letzten Monaten ist die Vorfinanzierung für Apotheken stark angestiegen. Katja Frey, Vertriebsleiterin bei ARZ Haan, bestätigt den deutlichen Nachfrageanstieg. Immer mehr Apothekeninhaber entscheiden sich dafür, ihre ausstehenden Rezeptforderungen vor Fälligkeit einzulösen, um Liquiditätsengpässe zu vermeiden.
ARZ Haan bietet hierfür das Paket «FlexZahlungBusiness» für vorzeitige Auszahlungen an. Diese Premium-Option erhebt eine tägliche Gebühr von 0,02 Prozent – ohne zusätzliche Überweisungskosten. Höhe und Laufzeit der Finanzierung werden individuell an die betrieblichen Bedürfnisse jeder Apotheke angepasst.
Auch andere Anbieter wie Noventi stellen Vorfinanzierungsmodelle bereit. Hier setzen sich die Gebühren aus einem Festsatz von 0,018 Prozent sowie einem variablen Aufschlag zusammen, der sich am einmonatigen Euribor der Deutschen Bundesbank orientiert und tageweise angepasst wird. Diese Modelle bieten in der Regel günstigere Zinssätze als die der Hausbanken.
Die vorzeitigen Auszahlungssysteme sollen verhindern, dass Apotheken in Liquiditätsfallen geraten. Angesichts der Belastung durch hochpreisige Rezepte bieten die Abrechnungsstellen nun flexible und kostengünstige Finanzierungsmöglichkeiten an. Dieser Trend unterstreicht den wachsenden Bedarf an kurzfristigen Finanzlösungen in der Branche.
