Agri-Photovoltaik in Brandenburg: Megawatt-Anlage wartet auf Brüsseler Entscheidung
Hellmut RudolphAgri-Photovoltaik in Brandenburg: Megawatt-Anlage wartet auf Brüsseler Entscheidung
Energeno hat in Südbrandenburg eine Agri-Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von knapp einem Megawatt fertiggestellt. Ursprünglich sollte das Projekt bis Ende 2024 in Betrieb gehen, doch die Netzanbindung hängt nun von der Zustimmung der Europäischen Kommission ab. Ohne die höheren Einspeisevergütungen aus dem deutschen Solarpaket 1 hätte das Unternehmen den Bau möglicherweise ganz gestoppt.
Die Anlage hätte in der ersten Jahreshälfte 2024 rund 465.000 Kilowattstunden Strom erzeugen können. Bei der aktuellen Vergütung wären daraus etwa 35.000 Euro Erlös entstanden. Eine im Solarpaket 1 vorgesehene Erhöhung um 2,5 Cent pro Kilowattstunde hätte die Einnahmen auf fast 45.000 Euro steigern können.
Doch Brüssel hat die höhere Vergütung noch nicht genehmigt – die Netzanbindung des Projekts bleibt damit vorerst in der Schwebe. Die Europäische Kommission hat keinen Zeitplan für ihre Entscheidung genannt. Falls die neuen Regelungen des Solar-Spitzenlast-Gesetzes doch noch kommen, würden sie auch für die Anlage in Phasen negativer Großhandelspreise für Strom gelten.
Lukas Bühler, Mitglied der Energeno-Geschäftsführung, kritisiert, dass der bestehende Technologiebonus Agri-PV-Projekte nicht wirtschaftlich tragfähig mache. Ohne bessere Anreize drohten ähnliche Vorhaben zu scheitern, warnt er.
Die Zukunft der Anlage hängt nun von der Brüsseler Entscheidung über das Solarpaket 1 ab. Wird die höhere Vergütung abgelehnt, könnte das Projekt weiterhin mit finanziellen Problemen kämpfen. Die Weichenstellung wird zudem darüber entscheiden, ob weitere Agri-Photovoltaik-Projekte unter den aktuellen Förderbedingungen realisiert werden.






