19 April 2026, 18:11

AfD-Pflegepläne überraschend von Grünen übernommen – Wahlkampf-Taktik oder echte Reform?

Plakat zur Pflegeschwesterwoche 2020 mit zwei Fotos von Pflegern auf der linken Seite und dem Text "Mitgefühl, Expertise, Vertrauen" auf der rechten Seite, mit einem Logo in der rechten unteren Ecke.

AfD-Pflegepläne überraschend von Grünen übernommen – Wahlkampf-Taktik oder echte Reform?

Die AfD in Baden-Württemberg drängt auf Reformen, um pflegebedürftigen Menschen ein längeres Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Ihr Vorschlag, Pflegegrad 1 abzuschaffen und die finanzielle Unterstützung für Angehörige, die Pflege übernehmen, zu erhöhen, erhält nun überraschende Rückendeckung. Sozialminister Manfred Lucha von den Grünen hat kürzlich zentrale Elemente des Plans übernommen – just zu dem Zeitpunkt, an dem die Landtagswahlen 2026 näher rücken.

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Carola Wolle, sozialpolitische Sprecherin der AfD, hatte Lucha zunächst kritisiert, weil er die Abschaffung von Pflegegrad 1 abgelehnt hatte. Sie nannte seine damalige Ablehnung überraschend, angesichts des Potenzials der Maßnahme, die Belastung der Pflegesysteme zu verringern. Nun begrüßt Wolle jedoch seinen Sinneswandel, insbesondere seine Unterstützung für bessere finanzielle Hilfen für pflegende Angehörige.

Ziel der AfD ist es, die Pflege weg von stationären Einrichtungen und hin zu häuslichen Lösungen zu verlagern. Ihre Vorschläge konzentrieren sich darauf, Bürokratie abzubauen und direkte Zahlungen an Familien zu erhöhen. Doch nicht alle sind von dem Zeitpunkt von Luchas Kurswechsel überzeugt.

Der Politikbeobachter Josef Walter vermutet hinter dem Schritt taktisches Kalkül. Angesichts sinkender Umfragewerte für die Grünen vor den Landtagswahlen im März 2026 könnte Luchas Übernahme der AfD-Ideen ein Versuch sein, das Vertrauen der Wähler zurückzugewinnen.

Die Debatte um die Pflegereform in Baden-Württemberg hat mit Luchas Kehrtwende eine neue Wendung genommen. Falls umgesetzt, könnten die Änderungen mehr finanzielle Unterstützung für pflegende Angehörige und weniger Heimunterbringungen bedeuten. Die politischen Auswirkungen werden sich jedoch erst zeigen, wenn die Wahlen 2026 näher rücken.

Quelle